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Kirche in WDR 2 | 27.11.2013 | 05:55 Uhr

Wahrheit

Also Elternsprechtag zum Beispiel.Engel oder Bengel ist doch oft die Frage.Es geht ja um Eindrücke, Einschätzungen, Perspektiven. Oder? Ja, klar. So rein gefühlt geht es natürlich noch um etwas Anderes: die Wahrheit. Meine Wahrheit natürlich.

Denn: Ich kenne mein Kind doch. Ich weiß doch wozu mein Kind in der Lage ist.

Ich weiß doch wie mein Kind in Wirklichkeit ist , wenn man jetzt mal auf die ganze Wahrheit guckt. Na, ja. Sie kennen das: Wenn zwei Menschen bei einem Thema zwei Wahrheiten vertreten kann das schwierig werden, weil DIE Wahrheit ist ja vermeintlich EINE. Meine.

Das Problem: Zumeist sieht der Andere das auch so. So wie ich mein Kind erlebe, so ist es. So wie ich meine Kollegen erlebe, so sind sie. So wie ich meine Kirche erlebe, so ist sie. So wie ich die Welt erlebe, so ist sie.

Oder? Ja, klar, ist mein Kind so, sind meine Kollegen so wie ich sie erlebe – für mich. Und sicherlich ist auch meine Kirche so, wie ich sie erlebe. Und die Welt sowieso. Und gleichzeitig ist doch mein Kind, sind meine Kollegen, ist meine Welt doch auch ganz anders. Ganz anders. Fremd, unbekannt.

Beim Blick auf die Welt ist das ja noch leicht verdaulich. Das die Welt auch anders sein kann, als ich sie wahrnehme, ok. Ist ja auch ziemlich groß.

Beim Blick auf die Kollegen, oder noch privater, auf mein Kind, wird es schon verwirrender, komplizierter.

Mal angenommen, das würde stimmen, das jeder seine Wahrheiten hat, die sich auch noch zeitlich ändern – ich bin ja schließlich nicht mehr der gleiche wie gestern - wie soll man denn da noch reden können? Wenn alles nur noch subjektiv ist? Da hat ja keiner mehr Recht.

Auch blöd, so im Alltag. Ein bisschen braucht man das doch. Zu sagen: So ist es aber in Wirklichkeit. Klar: braucht man. Nur: Das was man dann für Wirklichkeit hält, hält man eben dann für Wirklichkeit.

Sehr wahrscheinlich ist es auch wirklich – jedenfalls ein Teil davon. Und ich glaube: darum geht es. Zu akzeptieren, dass ich immer nur einen Ausschnitt, einen Teil der ganzen Wirklichkeit, einen Teil der ganzen Wahrheit mitbekomme und wahrnehmen kann.

Mit anderen Worten: Es könnte auch ganz anders sein. Nur wenn es jetzt auch noch ganz anders ein könnte, als ich es erlebe – wie anders ist denn dann anders?

Nicht selten befürchte ich ja, dass die Dinge, wenn sie schon anders sind, als ich sie wahrnehme, wahrscheinlich schlechter sind.

In meinen Befürchtungen stelle ich dann Vermutungen über die noch unbekannte Wirklichkeit an: Das Kind macht Ärger, die Kollegen meinen es schlecht, die Welt sowieso und Gott - gibt´s nicht.

Vermutungen, die mir die Stimmung verhageln und den Tag trüb machen. Weil ich das, was ich vermute auch erwarte. Und in der aller Regel – ob nun beabsichtigt oder nicht – auch etwas dafür tue, daß sich meine Erwartungen erfüllen. So schließt sich der Kreis, der mit meiner Vermutung begonnen hat.

Dabei könnte es doch auch ganz anders „ganz anders“ sein: besser, als ich mir das vorstellen und erträumen konnte. Mit meinem Kind, den Kollegen, der Welt und Gott. Vielleicht sogar: viel besser.

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