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Kirche in WDR 4 | 13.12.2014 | 08:55 Uhr

Was die Engel sagen

Guten Morgen, lebe Hörerin, lieber Hörer!

Begegnet Ihnen manchmal ein Engel? Ich finde, je mehr sie in der Werbung beschworen werden, desto seltener erlebt man sie in der Wirklichkeit. Es sei denn, Sie sagen jetzt: „Meine Frau, meine Freundin, mein Therapeut, das ist mein Engel!“ Klar, schon verstanden. Aber Engel, so als Boten vom Himmel, solche, die mir etwas von Gott zu sagen haben? Ich weiß nicht. Na ja, sollen ja auch nicht alltäglich wie Schokolade werden, die Engel. Aber auf unseren Bildern von Advent und Weihnachten, da sind sie einfach nicht wegzudenken. Weihnachten ohne Engel? Auf keinen Fall! Auch auf dem großen Bild, das Lukas in der Bibel gemalt hat, sind sie unentbehrlich. Wer hätte denn gewusst, dass dieses Kind der einfachen Handwerkerfamilie, das da im Stall liegt, soviel wichtiger ist als der Kaiser in Rom? Und dass Gott durch dieses Kind eine Freude für alle Welt und alle Menschen auf diese Erde bringt – wer hätte es gewusst, wenn es die Engel nicht gesagt und besungen hätten? Das wär doch alles sang- und klanglos vorbeigezogen und kein Hahn hätte danach gekräht.

Ist aber anders gekommen. Weil die Engel da waren. Vom Himmel, von Gott.

Auf dem großen Weihnachtsbild sehe ich sie in der Ecke rechts oben. In der Mitte natürlich das Kind, Jesus, der langersehnte Retter der Welt. Links oben der Kaiser in Rom mit seinen Befehlen. Genau gegenüber, rechts unten, Joseph und Maria. Die müssen von Nazareth nach Bethlehem ziehen. Weil der Kaiser und seine Bürokratie es so wollen.

Links unten die struppigen Männer, die nachts draußen die Schafe bewachen. Vor nichts haben sie Angst. Nur Gott soll ihnen nicht zu nahe kommen.

Und ihnen genau gegenüber nun, rechts oben, die Engel. Sie machen klar, was wirklich gilt und sein soll und rufen: Ihr, die ihr immer nur Schachfiguren im Spiel der Großen wart, hört zu! Gott schreibt die Geschichte dieser Welt neu. Und darin ist viel Platz für die aus dem Dunkel, für die Vergessenen, die Verdammten. Gott gibt euch nicht auf. Er gibt die Welt nicht verloren. Für euch kommt der Heiland, der Befreier, der Sieger über das Dunkel, über den Tod.

Herr, kyrios, nennen ihn die Engel. Ein Titel, den auch der Kaiser beansprucht. Doch Augustus und all die anderen, die sich als Retter und Herren der Welt aufspielen, scheitern immer wieder. Sie kämpfen um ihren eigenen Ruhm und regieren doch nur auf Zeit. Wenn sie sterben, bleiben bestenfalls Bruchstücke und ein paar Erinnerungen. Nichts was in die Zukunft weist.

Doch wenn der stirbt, den die Engel als Gottes Heiland, als Erretter und Herrn bezeichnen, dann hat er einen anderen Kampf aufgenommen. Den Kampf mit den Mächten, die uns Menschen in der Nacht, im Schatten des Todes festhalten wollen.

Der Weg des Kindes aus Bethlehem zeigt mir: Gott ist endgültig auf der Seite der Menschen, die sich mühsam einen Weg suchen, die immer wieder verunsichert werden, Stiefkinder des Glücks. Gott kommt zu ihnen, kommt in die Fremde und Ungeborgenheit, in meine Haut, um die mir manchmal bange ist und in der mir gar nicht wohl ist.

Ich merke: Bei Weihnachtsbildern kann ich nicht nur Betrachter bleiben. Das Bild saugt mich auf. Ich komme da auch vor. Vielleicht ganz am Rand, aber es zeigt auch meine Geschichte.

Das zu entdecken wünscht auch Ihnen Pfarrer Eko Alberts aus Bonn.

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