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Kirche in WDR 2 | 12.11.2013 | 05:55 Uhr

Was ist aktuell?

Da sitze ich dieser Tage beim Arzt und blättere in den Zeitschriften. Vom Ausstieg aus der Atomenergie lese ich, vom Ende des Zivildienstes, vom Rettungsschirm für Griechenland und dem neuen Baby von … na sowas! Das sind doch alles alte Nachrichten! Ach ja, kein Wunder, das Blatt ist vom Juni. Offenbar wird in den Praxen jetzt auch schon an aktuellen Zeitungen gespart.

Aber was ist eigentlich tatsächlich aktuell? Ist es nicht erstaunlich, wie schnell die Topmeldungen von gestern aus den Schlagzeilen verschwinden? Und das, obwohl es sich doch beim Atomausstieg, bei der Zukunft des Euro und selbst beim Ende des Zivildienstes nicht gerade um Allerweltsereignisse handelt. Das liegt wohl daran, dass das Aktuelle nicht zwischen wichtig und unwichtig unterscheidet. Was aktuell ist, ist manchmal ziemlich unwichtig. Und was wirklich wichtig ist, ist nicht immer aktuell.

Mir geht seit gestern die Frage nicht aus dem Kopf, ob ich bei dem schwierigen Gespräch, das ich gleich führen muss, wohl genügend Geduld und Fingerspitzengefühl haben werde. Stehen Sie heute vielleicht vor einer ähnlichen Frage? Oder denken Sie gerade daran, dass Sie ausgerechnet heute Nachmittag eine Entscheidung fällen müssen, die Sie lieber nicht oder jedenfalls nicht ganz allein treffen würden? Und was sage ich eigentlich morgen meinem Kollegen, der mir gerade erzählt hat, dass er heute Abend nicht zum Betriebsfest kommt? Er bringt gleich seine Frau ins Krankenhaus. Sie muss sich einem komplizierten Eingriff unterziehen. So hat er das ausgedrückt. Da weiß man schon Bescheid. Soll uns das nachher den Spaß verderben? Selbstverständlich nicht. Aber es wird einem auch zwischen einem Schluck Bier und der Grillwurst mindestens nicht aus dem Hinterkopf verschwinden. Warum? Weil es wichtig ist.

Es sind solche und ähnliche Erfahrungen, die Jesus in der Bergpredigt zu dem Satz zusammenfasst: Es ist genug, dass jeder Tag seine eigene Plage hat. Und es ist ja in der Tat so, dass uns das, was mich heute, was Sie heute bewegt, ganz und gar mit Beschlag belegen kann. So sehr, dass uns darüber die größeren Zusammenhänge verloren gehen und uns die Schlagzeilen von gestern morgen schon fremd sind. Für Jesus ist das erstmal in Ordnung. Was jetzt gerade dran ist – das packt an, darum sorgt euch, und nicht um morgen oder übermorgen! Dass damit trotzdem nicht eine sture, nach vorn und hinten blinde Fixierung auf den Augenblick gemeint ist, zeigt der Satz, der in der Bergpredigt direkt vor dem von der täglichen Plage steht: Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit, so wird euch alles andere zufallen.

Dass klingt reichlich steil. Jeder weiß ja, dass einem in der aktuellen täglichen Plage keineswegs alles zufällt, was man so braucht. Gemeint ist: Stell dich dem, was dich heute fordert. Aber bezieh deine Maßstäbe für dein Tun und Lassen nicht aus irgendeiner flüchtigen Tagesaktualität, sondern aus dem, was über den Tag hinaus wirklich wichtig ist. Für Christinnen und Christen ist das die Überzeugung, dass es in der Welt gerecht zugehen soll –nicht, weil wir uns dafür so vorbildlich einsetzen und anstrengen würden, sondern weil wir mit einem Gott rechnen, der Gerechtigkeit schafft und schenkt. Das ist ein uralter Glaubenssatz. Aber einer, der jeden Tag wichtig und absolut aktuell ist.

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