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Kirche in WDR 4 | 21.12.2016 | 08:55 Uhr

„Was ist der Mensch…“

Guten Morgen. Mittags steht die Sonne gewöhnlich am höchsten. Im Winter steigt sie hier bei uns auf der Nordhalbkugel der Erde nicht sehr hoch. Heute, am 21. Dezember, erreicht sie den niedrigsten Stand des Jahres. Wintersonnenwende nennt man das. In der langen dunklen Nacht kann ich bei klarem Himmel die Sternschnuppen dieser Jahreszeit sehen. Wenn ich den Himmel betrachte, öffnet sich plötzlich ein weiter Raum um mich.

Sprecherin: „Wenn ich den Himmel sehe, [Gott], das Werk Deiner Hände, den Mond und die Sterne, die du geformt hast – was ist der Mensch, dass Du an ihn denkst? Was ist das Kind eines Menschen, dass Du es lieb hast…?!“ (Psalm 8,4f)

Was ist der Mensch angesichts des unendlich erscheinenden Kosmos? Diese Frage haben sich die Menschen schon vor Jahrtausenden gestellt. In dem Gebet, das in der Bibel steht, ist das bis heute überliefert. „Wenn ich den Himmel sehe, Gott, das Werk deiner Hände…“ Wenn ich heute diese gesamte Schöpfung betrachte, das Weltall und das All, das hinter dem bekannten All sich noch verbergen mag, und dann den Winzling Erde und auf diesem Winzling Erde die Winzlinge Menschen: Was ist der Mensch, der zu so viel Gutem und gleichermaßen so viel Bösem und Hässlichem in der Lage ist? Was ist der Mensch, dass aller Fortschritt, alle Erziehung, alle Wertevermittlung, alle gemachten Erfahrungen es nicht vermögen, dass wir in Frieden leben und die Welt zu einem lebenswerten Ort machen? Immer noch Krieg. Terror. Gottes Geschöpfe rauben, vergewaltigen, verüben schreckliche Gewalttaten - auch in dieser adventlichen Zeit, auch mitten unter uns. Menschen leiden, werden verletzt und getötet, hungern, verdursten, werden vertrieben und obdachlos gemacht. Was ist der Mensch?

Im Gebet der Bibel wird das gesagt:

Sprecherin: „(Gott,) du hast den Menschen nur wenig geringer als Gott gemacht und ihn mit Ehre und Herrlichkeit gekrönt. Du hast ihn über alles gesetzt, was du erschaffen hast, und ihm Vollmacht über alles gegeben - die Schafe und die Rinder und alle wilden Tiere, die Vögel am Himmel, die Fische im Meer und alles, was in den Meeren schwimmt.“ (Psalm 8,6-9 Neues Leben)

Und dann folgen noch viele weitere Hinweise in der Bibel, wie der Mensch dieser Verantwortung gerecht wird. Er soll niemanden ausbeuten – weder sich selbst, noch den anderen, noch die Tiere und die Natur. Er soll Ruhezeiten einhalten. Den Sabbat, den Sonntag hochhalten und freihalten von hemmungslosem Konsum. Gerechtigkeit schaffen. Kriege beenden. Was ist der Mensch? Besinnt euch auf eure Verantwortung, möchte ich nach Syrien rufen, in den Irak, nach Afghanistan, in den Südsudan, auf die Krim und zu allen, die Gewalt mit verantworten, hier bei uns und in vielen Ländern der Erde, die verdienen an Kriegen und Ausbeutung. Zum Besseren, zum Guten soll doch menschliches Leben dienen.

Advent ist eine Bußzeit, um einmal dieses unzeitgemäße Wort zu gebrauchen. Zeit, der Wirklichkeit nicht auszuweichen. In der Dunkelheit, die sich über so viele Leben, Städte und Dörfer dieser Welt legt, braucht es Sterne der Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Überhaupt auf Zukunft und Leben. Frieden auf Erden hat Gott verkündet – vor Tausenden von Jahren und in besonderer Weise noch einmal vor zweitausend Jahren auf einem Feld vor Bethlehem.

Weihnachten heißt: Es muss nicht so bleiben. Das scheinbar Unmögliche ist möglich. Gebt nicht auf, nach Frieden zu suchen und ihn zu schaffen, immer wieder. Bis der kommt, der allein nachhaltigen Frieden schaffen kann: Gott selbst.

Einen guten Tag im Advent wünscht Pfarrer Michael Opitz aus Düsseldorf.

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