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Kirche in WDR 4 | 25.01.2014 | 08:55 Uhr

Was man anfängt, bringt man auch zu Ende

Liebe Hörerin, lieber Hörer, „Was man anfängt, das bringt man auch zu Ende.“ Das habe ich bei uns zu Hause oft gehört. Manchmal habe ich mich drüber geärgert; schließlich muss man auch mal etwas aufgeben können, wenn es sinnlos ist. Trotzdem ist mir dieser Spruch wichtig geworden; denn wer nicht beharrlich bei seiner Sache bleibt, sich auch mal durchbeißt, der wird auch nicht erreichen, was er sich vorgenommen hat. Wenn ich aber zu Ende gebracht habe, was ich begonnen habe, dann darf ich mich auch über das vollendete Werk, den Lohn für meine Arbeit und die Anerkennung der Mitmenschen freuen. Jesus konfrontierte seine Jünger einmal mit einer ernsten Ermahnung:

Sprecherin: Wenn jemand von euch ein Haus bauen will, setzt er sich doch auch zuerst hin und überschlägt die Kosten. Er muss ja sehen, ob sein Geld dafür reicht. Sonst hat er vielleicht das Fundament gelegt und kann nicht mehr weiterbauen. Alle, die das sehen, werden ihn dann auslachen und werden sagen: ›Dieser Mensch wollte ein Haus bauen, aber er kann es nicht vollenden.‹ (Einheitsübersetzung Lukas 14,28f.)

Was Jesus hier seinen Jüngern ins Stammbuch schreibt, die ihm nachfolgen wollen, das gilt, bei Licht besehen, nicht nur für das Leben im christlichen Glauben, sondern für das Leben insgesamt. So notwendig eine solche Ermahnung ist – sie kann auch großen Druck erzeugen: Ich bin scheinbar zum Erfolg verdammt, egal ob in Glaubens- oder Liebesdingen oder im Arbeitsleben oder in Erziehungsfragen. Entweder mir gelingt, was ich mir vorgenommen habe, oder ich stehe da wie der Häuslebauer mit seiner Bauruine, durchgefallen als Mensch und als Christ. Jetzt frage ich mich allerdings: Ist das wirklich so gemeint, und: Ist das alles? Ich schaue mir den Weg Jesu an und höre die Zuschauer bei seiner Hinrichtung sagen:

Sprecherin: „Andern hat er geholfen, aber sich selber kann er nicht helfen. Ist er der König von Israel, so steige er nun vom Kreuz herab. Dann wollen wir an ihn glauben.“ (Matthäus 27,42)

Da hat sich wohl einer gründlich verkalkuliert, wollte ein großes Haus bauen und endete am Galgen. Die Erfolgsrechnung eines für jedermann erkennbar gelingenden Lebens ging ganz offensichtlich schon bei Jesus selbst nicht auf. Dietrich Bonhoeffer schrieb einst an seinen Freund Eberhard Bethge: „Es gibt erfülltes Leben trotz vieler unerfüllter Wünsche.“ (1) Das scheint mir ein wichtiger Fingerzeig zu sein:

Ich fange einen Tag an und lege ihn am Abend wieder in Gottes Hände zurück. Und er ist in Gott vollendet und vollbracht, sei es mit Dank oder mit Klage und Enttäuschung. Die Gemeinde beginnt mit dem Sonntag die neue Woche und schließt sie am nächsten Sonntag in Sündenbekenntnis und Segen ab. Eine weitere Bau-Etappe ist in Gott vollendet und vollbracht, sei es mit Erfolgen und Niederlagen.

In allem, was wir anfangen und glücklich oder unglücklich zu Ende bringen, fängt Gott immer wieder selbst sein Werk mit uns an. Wir können uns darauf verlassen: Er legt den Grund und bringt, was er angefangen hat, auch zu Ende, an jedem Tag und bis über das Ende aller Tage hinaus. So schreibt der Apostel Paulus an die Gemeinde in Philippi:

Sprecherin: „[...] ich bin darin guter Zuversicht, dass der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird’s auch vollenden.“(Phil. 1,6)

Nun bin ich gespannt, was für heute auf dem Bauplan steht, sind Sie es auch? Am Ende dieser Woche verabschiedet sich von Ihnen Ihr Pfarrer Dieter Beese aus Bochum.

(1)Dietrich Bonhoeffer an Eberhard Bethge, 19. März 1944, DBW 8 (WE), S. 359.

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