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Kirche in WDR 3 | 28.03.2016 | 07:50 Uhr

Weg und doch da

Guten Morgen! Ich bin dann mal weg. Diesen Satz von Hape Kerkeling hätte Jesus eigentlich auch sagen können. Damals in Emmaus, in dem kleinen Dorf, nur ein paar Stunden zu Fuß von Jerusalem entfernt.

Kleopas saß mit Joseph in dessen Haus. Sie redeten mit einem Fremden. Über Gott und die Welt. Und über Jesus, der sie einfach im Stich gelassen hatte. Und dann passierte etwas Merkwürdiges: Der Fremde nahm das Brot, betete und gab jedem ein Stück. Als er den Becher mit Wein nahm, wieder betete und beide daraus trinken ließ, da erkannten sie ihn. Es war Jesus. Denn genauso hatte er am Abend vor seinem Tod mit ihnen gegessen und getrunken. In dieser schrecklichen Nacht, als das anfing, was sie von Jerusalem nach Emmaus getrieben hatte.

Wir sind dann mal weg, hatten sie am Morgen zu den Freunden gesagt, die vor Trauer wie gelähmt waren. Es war, als hätte man ihnen den Boden unter den Füßen weggezogen. Ihr bester Freund, ihr Lebenssinn Jesus war gekreuzigt worden. Wie ein Staatsverbrecher. Sie hatten Angst. Was, wenn sie nun auch verfolgt werden würden? Wenn man sie auch kreuzigen wollte? Kleopas und Joseph hielten es nicht mehr aus in diesem Trauerhaus bei den anderen. Sie mussten raus. Weg halt, zurück nach Emmaus. In Josephs Heimatdorf.

Langsam und müde gingen sie los, und redeten immer wieder von den letzten Tagen in Jerusalem: von Judas, dem Verräter, von den Soldaten, die Jesus verhaftet hatten, von seinem qualvollen Sterben am Kreuz. Ihre Gedanken drehten sich im Kreis und landeten immer wieder beim Warum. Warum musste das passieren, warum hat Gott das zugelassen? Sollte Jesus Israel nicht wieder stark und mächtig machen, befreien von der römischen Besatzung? Das Gegenteil ist passiert. Waren sie ihm umsonst gefolgt? Hatte er sie getäuscht?

Plötzlich ging einer neben ihnen her, fragte nach, hörte zu, sagte nicht: Kopf hoch, das wird schon wieder. Nein, er sagte: Dass Jesu starb, hat einen Sinn. Die Propheten haben es doch gesagt: Es gibt Menschen; die vertrauen ganz auf Gott und ertragen Leid für andere. Damit andere Mut bekommen, ihr Leid durchstehen und nicht aufgeben. Solche Menschen glauben, dass Gott geknickte Halme nicht zerbricht, sondern aufrichtet.

Kleopas und Joseph hörten zu. Hatten auf einmal andere Bilder vor Augen: einen trockenen Grashalm. Jemand knickt ihn, aber er zerbricht nicht, sondern richtet sich langsam wieder auf. So ähnlich hatte Jesus es doch auch gesagt. Er müsse sterben und werde wieder auferstehen. Der Fremde tat ihnen gut. Deshalb lud Kleopas ihn ein, mit zu essen. Und da sahen sie dann: Er war Jesus. Wir sind dann mal weg, sagten sie nach dem Essen und brachen auf. Zurück nach Jerusalem. Auf einmal hatten sie Energie, spürten Jesus im Rücken. Wieder in Jerusalem bei den Freunden angekommen sagten sie: Es stimmt, was Jesus gesagt hat. Er lebt, er ist zwar weg, aber er ist da.

Ihre Zuversicht steckte die anderen an. Sie teilten Brot und Wein und spürten, Jesus war bei ihnen. Sie zeigten öffentlich, dass sie zu Jesus gehörten. Sie hatten keine Angst mehr. Immer wieder sagte der eine oder die andere: Ich bin dann, mal weg. Wozu und wohin? Um den Leuten zu sagen: Jesus ist da, wenn wir zusammen essen. Er macht uns Mut, freundlich und fürsorglich zusammen zu leben, und einzutreten für das, was lebenswichtig ist. Wir halten Rückschläge aus. Wir knicken auch mal ein. Aber wir geben nicht auf, denn Jesus hat uns gezeigt: Gott zerbricht den geknickten Halm nicht. Gott richtet uns auf.

Lassen auch Sie sich heute aufrichten. Spüren Sie Jesus in Ihrem Rücken. Das wünscht Ihnen Pfarrerin Kathrin Koppe-Bäumer aus Meschede.

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