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Kirche in WDR 3 | 26.12.2015 | 07:50 Uhr

Weihnachten anders

Autorin: Guten Morgen!

Manchmal kommt Weihnachten alles anders als erwartet: Da ist ein geliebter Mensch gestorben, ein Ehepartner gegangen, die Kinder wollten nicht mitfeiern. Viele denken dann: Weihnachten gehört zu meiner vergangenen heilen Welt und nicht zu der, die ich nicht mehr als meine Welt erkenne. In dieser Situation Weihnachten feiern? Eine Zumutung.

Dabei geht Weihnachten auch anders als erwartet. Und das kann sogar gut sein.

Meine Mutter erlebte das 1950 in England. Sie war damals 23 und arbeitete als Au Pair im Haushalt einer großen Familie. Heiligabend ist in England ein ganz normaler Arbeitstag. Weihnachten feierte die Familie am 25. Dezember am Frühstückstisch. Sie reichten sich in braune Einkaufstüten verpackte Geschenke. Meiner Mutter, die ein dunkles Weihnachtszimmer mit leuchtendem Weihnachtsbaum gewohnt war, erschien das englische Brauchtum sehr nüchtern. Sie erzählte den Kindern der Familie vom Weihnachtsschmuck in Deutschland. Daraufhin schmückte die dreizehnjährige Jen das Treppengeländer mit Stechpalmenzweigen, ein englischer Brauch, und bat meine Mutter, Tannenzweige und eine und eine rote Schleife dazu zu binden.

Außerdem überraschten sie die ganze Familie beim Frühstück. Darüber schrieb meine Mutter an ihre Eltern:

Sprecherin: Am 24. gingen alle früh schlafen, weil der Weihnachtstag um 8 Uhr mit einem Abendmahlsgottesdienst begann. Nur Jen und ich bereiteten mit Feuereifer unser Weihnachtsfrühstück vor. Wir polierten sieben rotbackige Äpfel aus dem Garten, für jeden Platz einen, und steckten in jeden eine Baumkerze, mal rot, mal weiß. Den Esstisch belegten wir mit deutschem Weihnachtspapier, in der Mitte Goldpapier und unser bayerischer Kerzenhalter mit dicker roter Kerze. Dann rundherum, an den Tellern entlang, Tannenzweige und Stechpalme mit roten Beeren und goldenen Sternchen!

Autorin: Zum Frühstück zogen meine Mutter und Jen die Vorhänge in der Küche zu und zündeten die Kerzen an. „Unsere Frühstückstafel sah wirklich recht deutsch aus“, schrieb meine Mutter damals und:

Sprecherin: Alle waren überrascht und bewunderten die Tafel. Es war eine äußerst fröhliche Kaffeetafel im Kerzenschein. Michael sagte mir hinterher, er wollte, seine Familie machte das jetzt immer so.

Das englische Fest ging lustig weiter. Abends wurde der Teppich im Wohnzimmer weggerollt, alle tanzten und spielten sich Charaden vor.

Meine Mutter hatte zum ersten Mal Weihnachten ohne ihre Eltern in einem fremden Land erlebt. Da waren Heimweh und der Wunsch, etwas Vertrautes in die neue Umgebung hinein zu bringen. Am wichtigsten aber war für sie eine Umarmung: Am Abend des Weihnachtstages, als alles wieder aufgeräumt war, umarmte die Mutter von Jen und Michael sie und sagte: „Wir sind so froh, dass du bei uns bist. Du bist für uns wie eine Tochter.“

Gute Neuigkeiten - auf Englisch „good news“ und auf Griechisch „euangelion“ machen Weihnachten aus. Der Engel sagte den Hirten: Der Heiland liegt in einer Krippe und ist in Windeln gewickelt.

Gott rettet – der Gedanke war vertraut. Der Retter braucht Hilfe – der Gedanke war neu.

Allen, die dieses Jahr mit dem Weihnachtsfest hadern, weil vieles sich geändert hat, sei dies ein Trost: Gott zeigt sich neu und bleibt uns treu. Weihnachtliche Momente in einer neuen Situation – die wünsche ich Ihnen. Gesegnete Weihnachten! Ihre Pfarrerin Kathrin Koppe-Bäumer aus Meschede.

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