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Kirche in WDR 4 | 28.12.2015 | 08:55 Uhr

Weihnachten ist vorbei - und jetzt?

Es waren diesmal echt lange Weihnachtsfeiertage von Donnerstagabend, dem Heilig Abend, bis gestern, Sonntag: drei volle Feiertage. Und heute – wieder Alltag.

Ich persönlich empfinde diesen Tag nach den Weihnachtstagen wie so einen abgeräumten Weihnachtsteller. Am Heilig Abend sah er noch toll aus. Die Plätzchen, Marzipankartoffeln und Lebkuchen waren richtig lecker und sind bis auf ein paar Krümel weggeputzt. Dafür spannt jetzt der Gürtel etwas und ein gewisses Völlegefühl ist im Bauch immer noch zu spüren. Durchatmen ist angesagt nach diesen sehr dichten Tagen. Für mich als Priester vor allem auch nach den vielen festlichen Gottesdiensten mit bedeutend mehr Menschen als sonst in der Kirche. Die Freude darüber, das intensive Singen, Beten und Zusammensein klingt jedenfalls bei mir noch nach.

Manch andere werden heute vielleicht ihren Weihnachtsbaum schon wieder abschmücken. Weihnachten ist für sie vielleicht schon vorbei und es gilt sich auf Silvester vorzubereiten. Aber ich frage mich: War es das jetzt schon? Die Weihnachtszeit hat aber doch streng genommen jetzt gerade erst begonnen.

Aber was kann und was möchte ich von Weihnachten noch weiter mitnehmen? Was soll bleiben außer einem unangenehmen Gefühl von Völle in der Magengegend? Ich suche nach dem Gefühl von tiefem und bleibendem Erfüllt-Sein. Und davon habe ich an diesem Weihnachtsfest etwas gespürt. Es waren Momente, die ich mir bewahren möchte: Sternen-Momente, Friedens-Momente, Geburts-Momente.

Ein Sternen-Moment war ein Anruf, unerwartet, von einem Freund, von dem ich lange nichts gehört hatte. Er hat von sich erzählt und das war für mich wie

ein persönliches Geschenk, in dem viel Liebe war, ein Lichtblick, hell wie der Stern von Bethlehem.

Friedens-Momente nenne ich all die Erfahrungen wo Versöhnung nach einem Streit möglich ist. Gerade an Weihnachten, wo Engel den Frieden auf Erden verkünden, passieren statistisch gesehen die meisten Streitereien in den Familien. Wo nach innerem Aufgewühlt-Sein und Streit Ruhe für die Seele einkehrt, sind Friedens-Momente erfahrbar, die hoffentlich noch lange weitertragen.

Schließlich die Geburts-Momente, wie ich sie nenne: Neuanfang, Hoffnung, Erwartung an das Leben spiegelt sich darin wieder. Wenn Eltern mit ihren neugeborenen Kindern zur Taufe kommen, dann stehen sie fast immer unter dem Eindruck von diesem Wunder der Geburt. Aber auch, wenn eine neue Liebe geboren wurde, eine neu Idee Sie erfüllt, ein neuer Anfang in der Beziehung zu Gott aufbricht sind dies Geburts-Momente, Geburtsmomente des Neu-Werdens, die viel mit Weihnachten zu tun haben.

Sternen-, Friedens- oder Geburtsmomente müssen nicht auf die Weihnachtstage beschränkt bleiben. Die Botschaft von Weihnachten, dass Jesus geboren ist, Gott in dieser Welt ist, gilt an allen Tagen des Jahres. Wie aber diese Momente festhalten?

Ich versuche das folgendermaßen: Wenn ich anfange, den Christbaum abzutakeln und den Weihnachtsschmuck wieder einzupacken, dann lasse ich immer einen Stern oder einen Engel draußen, hänge ihn in meiner Wohnung an eine Stelle, wo er mir immer wieder ins Auge fällt. Er macht mich dann zwischendurch aufmerksam für die weihnachtlichen Momente im Leben, die dann nicht nur eine Stimmung wachrufen, sondern Hoffnung, Freude und Vertrauen in Gott und das Leben erneuern.

Ich bin Pfarrer Dietmar Röttger aus Hüsten und wünsche Ihnen weiterhin weihnachtliche Tage.

Bildrechte: Sascha Kohlmann CC BY-SA 20 flickr

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