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Kirche in WDR 4 | 30.12.2016 | 08:55 Uhr

Weihnachten politisch

Guten Morgen!

Hören Sie einmal hinein in eine Weihnachtspredigt – sozusagen – vom anderen

Ende der Welt:

Sprecher:

„Ich beglückwünsche euch, nicht nur, weil Weihnachten ist, sondern weil ihr mutig seid, während viele im Volk ängstlich sind und ihre Türen verschließen … Inmitten der Welt und ungeachtet der Gefahren, der Ängste gibt es Hoffnung, gibt es Freude.“

So beginnt Erzbischof Oscar Romero, den man „den Anwalt der Armen“ und „die Stimme der Gerechtigkeit“ nennt, seine Predigt am Heiligen Abend 1979. Auf den Tag genau drei Monate später wird er während eines Gottesdienstes erschossen.

Und die Situation, in die hinein er predigt?

Das verarmte Volk von El Salvador wird seit Jahren von einer reichen Elite mit zunehmend brutaler Gewalt unterdrückt. Täglich werden Christen entführt, gefoltert und ermordet, weil sie im Sinne der christlichen Botschaft für Gerechtigkeit eintreten. Denn – so ihre Überzeugung – ohne Gerechtigkeit kann es keinen Frieden geben.

Die Menschen, die hier Weihnachten feiern, sind also in ständiger Lebensgefahr. Doch die Botschaft dieses Bischofs Romero zeugt nicht von Angst, sondern im Gegenteil von Kraft, von Widerstandskraft:

Sprecher:

„Heute sind wir Zeugen einer Stunde der Erneuerung. Das Land ist dabei, ein neues Zeitalter zu gebären und daher gibt es Schmerz und Angst, Blut und Leiden. `Wenn die Frau gebären soll´, sagt Christus, `ist sie bekümmert, weil ihre Stunde da ist; aber wenn sie das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an ihre Not über der Freude, dass ein Mensch zur Welt gekommen ist.´ Diese Schmerzen gehen vorüber! Unsere Freude wird es sein, dass wir uns in dieser Geburtsstunde nicht vom Pessimismus haben besiegen lassen.“

Das will auch ich in meinem Leben erkennen lernen:

Welche Schmerzen, gegen die ich mich wehre, sind Geburtsschmerzen? Schmerzen, die unvermeidbar sind, wenn Neues entsteht? Diese Schmerzen will ich beherzt annehmen. Denn ich schaue nach vorn: das Leben bekommt die Chance, sich freier zu entfalten. Die Schmerzen in der Enge des Geburtskanals sind schlimm. Doch wenn ich sie meide, blockiere ich das Neue, das zur Welt kommen will. Schmerzen gehören dazu, wenn ich mich persönlich und wenn wir uns gesellschaftlich weiterentwickeln.

Ein beherztes Bejahen der Schmerzen, die mit jedem Anfang neuen Lebens verbundenen sind, wünsche ich uns!

Aus Aachen grüßt Sie Spiritual Georg Lauscher.

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