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Kirche in WDR 2 | 20.08.2016 | 05:55 Uhr

Weiter Raum

Manchmal muss ich das Weite suchen! Wenn mir alles zu eng wird, wenn ich zu viel Arbeit habe, alles auf mich einstürmt und über mir zusammenschlägt. Dann muss ich raus! So wie jetzt im Urlaub an der Ostsee. War das schön in den letzten drei Wochen! Die Dünen, der Sand, der Wind und die Wolken, das Meer, das rauscht, und manchmal die Wellen, die ans Ufer brechen.

Den Blick weit schweifen lassen. Klar sehen bis zum Horizont. Ich liebe das. In dem Moment habe ich immer das Gefühl, unendlich viel Platz zu haben – für mich. „Du stellst meine Füße auf weiten Raum“ – das ist ein Satz aus einem Psalm in der Bibel, aus einem Gebet. Nie sind mir diese Worte so nah wie im Urlaub am Strand mit den nackten Füßen im Sand.

Ich fühle mich dann in Gottes Schöpfung hineingestellt. Und weil Wind und Wellen immer wieder alle Spuren verwischen, habe ich manchmal das Gefühl, Neuland – unberührtes Land – zu betreten. Dann fallen mir die anderen Spuren auf: Da gibt es andere vor mir, neben mir, um mich herum. Ich sehe kleine und große Fußabdrücke, weite oder enge Schritte. Da sind zwei miteinander gegangen, eng beieinander. Da hat vielleicht einer den Strand abgesucht, ist hin und her gelaufen. Jeder hat seinen eigenen Weg, sein eigenes Tempo gewählt, gerade so, wie es richtig war. „Kai und Birthe“ steht in den Sand geschrieben mit einem großen Herz drum herum. Vielleicht waren das die beiden mit den Fußspuren so nah beieinander. „Tobi war hier“ steht an einer anderen Stelle mit zwei besonders fest in den feuchten Sand gedrückten Fußabdrücken. Na denn. Jeder hinterlässt eine Spur.

Manchmal, mit Freunden oder mit der Familie haben wir versucht, ein Stück in der Spur des anderen zu gehen. Also: Einer geht vor, und die anderen versuchen genau in den Spuren zu gehen. Aber das funktioniert gar nicht, nur ein kleines Stück und man verliert die Balance und gerät ins Stolpern. Niemand kann wirklich in die Fußstapfen eines anderen treten. Ist vielleicht gut zu wissen: Wir können höchstens miteinander, nebeneinander gehen, aber eben jeder in seiner eigenen Spur.

Gott, Du stellst meine Füße auf weiten Raum. Manchmal suchen Menschen den weiten und den geschützten Raum zugleich. Wenn etwa ein Kind geboren ist und getauft werden soll. Wenn ein Paar sich Liebe verspricht und heiratet. Immer wenn Menschen an einer großen Schwelle des Lebens stehen und um Gottes Segen bitten für das Neuland, das sie betreten. Dann suchen Menschen den Raum ihrer Kirche auf. Dann spüren sie das besonders: Wir gehen Schritte in ein Leben, das offen vor uns liegt. Dann möchten sie um Gottes Segen bitten für dieses offene, weite, eben auch unsichere Leben.

Bei uns zuhause packen wir dieses Wochenende die Koffer wieder aus. Da wird noch Sand drin sein. Für viele andere sind die Ferien auch zu Ende. Nächste Woche geht’s wieder los. Mal gucken, was kommt. Nur eine kleine Schwelle. Vergleichsweise. Und vielleicht doch: weiter Raum.

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