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Kirche in WDR 2 | 01.12.2017 | 05:55 Uhr

Welt-Aids-Tag

Heute ist der Welt-Aids-Tag. Manche von uns erinnern sich, dass es vor Jahrzehnten hieß: Aids ist eine Strafe Gottes für sündiges Verhalten. Das ist natürlich ein Missbrauch der Religion!

Schon Jesus selbst hat oft gegen diesen Missbrauch gekämpft. Zu seiner Zeit meinten die Menschen, eine Behinderung oder eine Krankheit sei eine Strafe Gottes. Ja manche meinten sogar, es könne eine Strafe für Sünden über Generationen hinweg sein. Hier macht Jesus klar: Das ist Blödsinn. Sünden kommen aus den Herzen der Menschen, nicht von außen.

Allerdings hält sich ein Missverständnis bis heute. Wenn Menschen Schlimmes erleben, also eine Krankheit, den Verlust eines Menschen oder einen Unfall, dann sagen sie: warum ich? Warum mutet Gott mir das zu? Was ist daran gerecht?

Die klare Antwort muss lauten: Hier ist nichts gerecht. Mit Gott hat das nichts zu tun. Warum Du - weil Du Pech hast.

Meine Mutter musste leider über ein Jahr im Bett liegen, bevor sie sterben konnte. Auch sie fragte mich öfter: Warum lässt Gott mich so leiden. Ich habe doch immer gebetet, vier Kinder großgezogen, nichts Böses getan. Ich habe dann nicht versucht, rumzureden oder sie irgendwie zu vertrösten nach dem Motto: wird ja vielleicht doch besser werden.

Nein: Du hast einfach Pech, liebe Mama. Der Herrgott hat die Welt als Evolution erschaffen, als Entwicklung. Und zu der gehört das Sterben, der Tod. Für alles gilt das, für jedes Geschöpf wie für den ganzen Kosmos. Natürlich ist das leicht gesagt, aber nicht leicht zu akzeptieren für einen todkranken Menschen.

Was wir tun können, ist diese Tatsache der Evolution miteinander auszuhalten. So habe ich meine Mutter jeden Tag auf der Pflegestation besucht. Manchmal hat sie gefragt: Kannst Du mich nicht erlösen. Ja, habe ich gesagt, für Dich gehe ich doch gerne ein paar Jahre ins Gefängnis. Danke, sagte sie, warten wir damit bis morgen. Das hat mir dann gutgetan, unser Einverständnis im Mitleiden.

Friedrich Nietzsche hat gesagt: Mitleiden ist falsch, dann leiden doch zwei.

Heinrich Böll, dessen 100. Geburtstag wir dieses Jahr begehen, sagt: Es wird uns eingeredet, dass Mitleiden in den Bereich der Sentimentalität gehört. Das ist eine Lüge. Mitleiden ist eine ungeheure Kraft, eine große Energie, und auch eine schöpferische Phase gehört zum Mitleiden. Man will uns einreden, die Zeit der Humanität sei vorbei, die Zeit des Mitleidens sei vorbei. Doch harte Herzen brechen leichter als mitleidige Herzen, die eine große Kraft haben.

(So wünsche ich Ihnen von Hetzen ein mitleidiges Herz!)

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