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Kirche in WDR 5 | 01.06.2017 | 06:55 Uhr

Weltelterntag

Guten Morgen!

Heute ist Weltelterntag. Ja, richtig: Weltelterntag und nicht Weltspartag. Und dieser Elterntag hat nun wirklich nichts mit Sparen zu tun. Im Gegenteil.

Vor einigen Wochen wollte ich es genau wissen. Ich habe im Internet recherchiert. Kurze Suchanfrage: Wie viel kosten Kinder?

Die Antwort kam rasch und ich war schon erstaunt, was ich als Vater von zwei Söhnen hätte sparen können. Demnach kostet ein Kind heute im Monat durchschnittlich 584 Euro. Das macht hochgerechnet bis zum 18. Lebensjahr Kosten von knapp 130.000 Euro.

Vor der Immobilienblase wäre das ein nettes Häuschen geworden. Aber Moment! Heute ist nicht Weltspartag. Außerdem wäre es für mich dann ein leeres Haus gewesen. Und auf Kinder verzichten? Nein, das wollte ich nicht.

Weltelterntag und Weltspartag passen einfach nicht zusammen. Punkt.

Aber was heißt es denn nun, Vater und Mutter zu sein, sich um Familie und Kinder zu kümmern – und das nicht nur am Weltelterntag?

Bei Jean-Jaques Rousseau, einem Philosophen und Pädagogen der Aufklärungszeit habe ich eine bemerkenswerte Antwort gefunden:

Sprecher:

„Ob ich es wage, hier die größte, wichtigste und nützlichste Regel jeglicher Erziehung darzulegen? Sie heißt: Zeit verlieren und nicht Zeit gewinnen.“

In der Erziehung geht es also nicht darum, Zeit zu gewinnen. Es geht darum, Zeit zu verlieren, Dinge reifen zu lassen. So sieht das auch Papst Franziskus. Er sagt nämlich:

Sprecher:

„Wenn wir den Alltag der Familien betrachten, so scheint die zur Verfügung stehende Zeit immer knapp zu sein. Aber wer eine Familie hat, der lernt schnell, was kein genialer Mathematiker lösen kann: innerhalb von 24 Stunden bringst du als Familienmensch das Doppelte unter! Das ist doch so, nicht wahr?

Eltern, die die Zeit verdoppeln, verdienen den Nobelpreis. Es gibt Mütter und Väter, die dafür den Nobelpreis gewinnen könnten, nicht? Aus 24 Stunden machen sie 48! Ich weiß nicht, wie sie das machen, doch sie bewegen sich und tun es! In der Familie gibt es viel Arbeit!“.

Liebe Eltern! Das ist doch mal ein schönes Lob an diesem Weltelterntag. Und der Papst spricht sich für alle Eltern aus. Auch für die, die keine perfekten Kinder haben. Wo es auch mal Schwierigkeiten im täglichen Miteinander gibt. Wo es Probleme im Kindergarten oder der Schule gibt. Für die Mütter und Väter, die mal wieder vom Nachbarn zusammengefaltet werden, weil das Kind zu laut war.

Dem Papst geht es auch nicht um Kinder, die immer schön brav, leistungsfähig und unauffällig sind, die keine Fragen stellen, vor allem keine falschen Antworten geben, die nicht viel fragen, aber immer intelligent gucken. Das ist weder das Kindesideal noch das Elternbild, das Papst Franziskus vorschwebt. Und erst recht nicht der Nobelpreis, den er verleihen will.

Hans Ulrich Nordhaus, Cappenberg

* Zugriff unter www.familie.de am 16.02.2017.

Jean-Jaques Rousseau. (1762) Emile oder über die Erziehung. Stuttgart: Reclam (2012).

Papst Franziskus in seiner 100. Generalaudienz Zugriff am 27.02.2017 unter www.radiovaticana.va.

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