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Kirche in WDR 4 | 20.06.2016 | 08:55 Uhr

Weltflüchtlingstag

Guten Morgen!

Heute ist der "Weltflüchtlingstag"! Er wird auch "Welttag der Migranten und Flüchtlinge" genannt.

Manchmal kann ich es ja nicht mehr hören. Flüchtlinge hier und Migranten dort, Asylsuchende und EU-Bürger aus den "Armenhäusern" Europas… und alle wollen in unser Land.

Ja, ich kann es verstehen, wenn einem diese Menschen Angst machen. Sie sind anders, sie reden anders, sie essen anders, sie sehen anders aus - zumindest viele von ihnen.

Was manchen auch Angst macht, ist ihre große Anzahl. Wie können wir das finanzieren? Woher Wohnungen, Sprachkurse, Lehrer und später Arbeitsplätze nehmen? Wie sie integrieren? Sind wir den Herausforderungen gewachsen? Mehr als eine Million Menschen sind 2015 nach Deutschland geflohen.

Trotzdem muss man ja mal festhalten: Das haben wir doch bisher ganz gut hinbekommen! Klar, Turnhallen oder Container sind nicht grade das Beste, aber sicher und warm. Und wenn es für eine Übergangszeit erst mal keine anderen Möglichkeiten gibt, dann ist das so. Deutschland hat sich, so gut wie es ging, um diese Menschen gekümmert. Und? Der Haushaltsüberschuss 2015 betrug 12,1 Milliarden Euro! Man redet von einem historischen Plus!

Und doch: Die vielen Flüchtlinge können schon beunruhigen. Und manchen macht das so viel Angst, dass rechte Gruppierungen enormen Zulauf haben. Das geht so weit, dass sogar aus der so genannten "Mitte der Gesellschaft" Brandsätze auf Flüchtlingsheime fliegen.

Aus Angst – in diesem Fall Fremdenangst – zu handeln, ist nie gut. Klar gibt es etliche Herausforderungen, die zu meistern sind. Klar, gibt es auch viele Ungerechtigkeiten in unserem Land, gegen die wir uns genauso engagiert einsetzen müssen wie für Geflüchtete. Doch das sind keine Gründe, sich von der Angst bestimmen zu lassen.

Ich möchte Ihnen dazu eine kleine Geschichte erzählen:

Meine Gemeinde versucht wenigstens ein paar Flüchtlingen zu helfen.

Und da musste mal eine Spüle aufgebaut werden. Hätte ich auch alleine mit dem syrischen Familienvater machen können. Aber ich habe Jürgen aus meiner Gemeinde mitgenommen. Der hatte nämlich in der Vergangenheit wirklich echte schlechte Erfahrungen mit Einwanderern gemacht. Und der fand das gar nicht gut, dass wir eine syrische Familie in unsere Gemeindewohnung aufnehmen wollten. Jürgen sollte mir also helfen, die Spüle aufzubauen. Seiner Frau und seinem Pastor konnte er ja schlecht widersprechen, also kam er widerwillig mit. Und ich glaube, ein bisschen Angst hatte er auch. Nach ungefähr fünf Minuten habe ich mich zurückgezogen, Jürgen und Younis (1), den syrischen Familienvater, alleine arbeiten lassen. Bald stand die Spüle und war angeschlossen. Die Verständigung ging nur mit Händen und Füßen. Doch das Strahlen der Kinder, das Lächeln der Frau und die Zufriedenheit des Vaters, das verstand Jürgen ganz ohne Übersetzer. Ja, das hat ihm Spaß gemacht, richtig Spaß gemacht. So viel dass er mittlerweile mit seiner Frau einmal die Woche diese syrische Familie besucht. Finde ich gut.

Ihr Pastor Heddo Knieper aus Herne.

(1)Name von der Redaktion geändert.

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