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Sonntagskirche | 01.03.2015 | 08:55 Uhr

Weltgebetstag der Frauen

Guten Morgen!

„Ich war noch niemals in New York, ich war noch niemals auf Hawaii“ – was Udo Jürgens da besang, könnte ich auch von mir sagen. Überhaupt ich war noch nie in Amerika, auch nicht in Afrika oder Asien. Selbst innerhalb Europas kenne ich nur wenige Landstriche aus eigenem Erleben. – Irgendwie habe ich kein Fernweh, aber – ich bin sehr neugierig und interessiert an andern Menschen, wie sie leben, denken und empfinden.

Vielleicht liegt in dieser Kombination aus viel Neugier und wenig Reise-Erfahrung einer der Gründe dafür, dass ich den Weltgebetstag der Frauen so sehr mag. Einmal im Jahr kommt sozusagen die Welt auf Besuch zu mir: Im Rahmen einer weltweiten Basisbewegung christlicher Frauen, entwickeln Jahr für Jahr Frauen eines anderen Landes eine Wort-Gottes-Feier. Sie laden quasi den Rest der Welt ein, diesen Gottesdienst mitzufeiern – überall auf der Welt.

So beten dann in mehr als 170 Ländern am ersten Freitag im März unzählige Frauen weltweit die gleichen Gebete, singen die gleichen Lieder und setzen sich mit der gleichen Bibelstelle auseinander – lassen das Wort Gottes in ihr ach so unterschiedliches Leben sprechen. Und sind so in aller Unterschiedlichkeit miteinander verbunden.

Zusammen mit dieser so genannten „Weltgebetstags-Ordnung“ stellen die Frauen auch jeweils ein ganzes Paket von Materialien zur Verfügung, um Land und Leute bekannt zu machen. So erfahre ich manches über Politik, Wirtschaft und Geschichte des jeweiligen Landes. Neben Zahlen, Daten und Fakten leuchtet darüber hinaus die Seele einer ganzen Gesellschaft in Märchen und Sagen auf. Die Frauen erzählen persönliche Lebensgeschichten und geben so Einblick in Hoffnungen und Träume, die sie in ihrer Welt bewegen. Auch die Auswahl vorgestellter Literatur und Beispiele aus der bildenden Kunst erzählen, was die Menschen in diesem Land bewegt, was ihnen wichtig ist.

Musik ist auch immer mit im Paket. Musik, die unter die Haut geht, weil sie am Lebensgefühl der Menschen teilhaben lässt. Und Fotos werden natürlich auch mitgeliefert: Landschaftsaufnahmen, Bilder von heimischen Pflanzen und Tieren. Und etliche Bilder, die zeigen, wie die Menschen hier leben, wie sie wohnen, sich kleiden, ihren Alltag gestalten, wie sie arbeiten und ihre Feste feiern.

Das Sahnehäubchen des Begleitmaterials ist für mich stets die kleine Auswahl landestypischer Rezepte. Wenn hierzulande zur Feier des Weltgebetstags das ein oder andere davon nachgekocht wird, bekommt das einladende Land für die Mitfeiernden auch einen Duft und einen Geschmack.

Immer wieder wird mir in der Feier des Weltgebetstags deutlich, wie unterschiedlich Menschen auf dieser Erde leben. Es macht einen Unterschied, ob ich mit dem immerwährenden Kreislauf wechselnder Jahreszeiten groß werde, ob ich permanent milde Temperaturen erlebe oder tägliche Regengüsse. Es macht einen Unterschied, ob ich zuverlässig festen Boden unter den Füßen habe oder in einer Erdbeben-Region lebe. Ob ich mich 24 Stunden am Tag mal eben ins Internet einloggen kann oder ob mich zwei Tage Fußmarsch von der nächsten Busstation trennen. Mir wird immer klarer wie sehr Rahmenbedingungen unser Leben, unsere Lebensweise, unser Denken und Fühlen beeinflussen, wie sie Möglichkeiten eröffnen und Grenzen setzen, uns prägen und uns herausfordern.

Der Weltgebetstag macht viele solcher Unterschiede sichtbar. Es wird deutlich, was uns trennt, was sich fremd anfühlt und schwer verständlich ist. Es zeigt sich aber auch, was verbindet. Eines was verbindet ist sicher: das gemeinsame Gebet.

Am kommenden Freitag ist es wieder so weit: Dieses Mal bin ich zu Gast auf den Bahamas – gedanklich von Essen aus. Ich freu mich drauf!

Sabine Lethen

Copyright Vorschaubild: Public Domain Pixabay

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