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Kirche in WDR 3 | 23.04.2015 | 07:50 Uhr

Welttag des Buches

Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer!

Im Urlaub habe ich immer einen Stapel Bücher dabei. Was ich im Lauf des Jahres aus Zeitmangel nicht lesen kann, kommt mit in den Koffer. Er wird schwer. Dennoch bedauere ich es nicht, mich mit dem Gewicht abzumühen. In den Ferien überlasse ich mich den Geschichten zwischen den Buchdeckeln. Wenn ich auf Besichtigungstour bin, habe ich ein Taschenbuch im Rucksack. Sobald der Stadtrundgang beendet ist, setze ich mich in ein Café am Marktplatz, schlürfe meinen Espresso und hole das Buch heraus. Die Lesestunde im Licht der Mittagssonne ist für mich Urlaub.

Vor Jahren besuchte ich Venedig. In einer abseits gelegenen Bar machte ich Halt. Der Espresso auf der Piazza San Marco ist zu teuer, zumal die Lesestunde mindestens zwei Tassen erfordert. In meinem Rucksack wartete „Narziß und Goldmund“ von Hermann Hesse. An den Nebentisch setzten sich deutsche Studentinnen. Der Espresso schmeckte, und die Erfahrungen des Goldmunds vergoldeten den Nachmittag. Plötzlich stand eine Studentin auf und setzte sich zu mir. Vielleicht blickte ich ein wenig genervt, denn die Lektüre war spannend. „Ich sehe, Sie lesen so intensiv. Mich interessiert, was Sie lesen.“ Ihrem Wunsch konnte ich mich nicht entziehen. „Bitte, nehmen Sie Platz.“ Sofort schwärmte ich von Hesses Sprache und von dem Aufbau des Buches. Die junge Frau hatte den Roman noch nicht gelesen. Deshalb erzählte ich ihr weiter vom Mittelalter, von Klöstern und Klosterschülern. Plötzlich unterbrach sie mich. „Ich lese auch gerne, aber mir ist ein Missgeschick passiert. Mit meinen Freunden trampe ich durch Italien. Am dritten Tag, in Verona, hat man mir den Rucksack geklaut. Alles weg.“ Ungläubig schaute ich sie an. „Wirklich. Meine Freundinnen haben mir mit dem Nötigsten aus geholfen. Was mir leid tut, mir fehlt mein Buch, das ich extra eingepackt hatte.“ Auf jeden Fall konnte ich mir gut vorstellen, wie es ohne Buch im Urlaub ist. Ich säße auf der Piazza und hätte nichts zu lesen. Der Espresso würde nicht schmecken. „Wie kann ich Ihnen helfen?“ Zu meinem Erstaunen wollte sie kein Geld haben. Sie wünschte sich das Buch. „Geben Sie mir bitte den Hesse. Er passt so gut nach Italien.“ Ich schluckte und überlegte. Den Roman würde ich im Urlaub nicht mehr beenden. Endlich siegte mein mitfühlendes Herz, das eine Bücherfreundin nie im Stich lässt. „Hier haben Sie es. Fett schrieb ich meine Anschrift auf die erste Seite. Ich merkte mir die Stelle, die ich gerade gelesen hatte. Seite 81. „Danke!“ Sie sprang mit dem Buch auf und verschwand an den Nebentisch. Von ihr habe ich nie mehr etwas gehört. Trotzdem war ich ihr nicht böse. Einem Menschen zum Lesen zu verhelfen ist mir etwas wert.

Ich vermute, dass meine Bücherfreude mit meinem Glauben zu tun hat. Das Christentum ist wie das Judentum und der Islam eine Buchreligion. Unser Bekenntnis fußt auf Erfahrungen, die in einem Buch gesammelt sind. Die Bibel berichtet alles über Gott und Jesus Christus. Heute ist der Welttag des Buches. Und mehr noch als den Hesse möchte ich Ihnen das „Buch der Bücher“ ans Herz legen – die Bibel. Sie erzählt wunderschöne Geschichten. Kennen Sie die Geschichte von Jona, den ein großer Fisch verschluckte? Die Bibel kann mit Hesse mithalten. Ihre Qualität gilt es zu entdecken. Wenn Sie, liebe Hörerinnen und Hörer, am Abend ein wenig Zeit haben, schlagen Sie ihre Bibel auf und lesen Sie die Geschichte von Jona oder wenigstens ein paar Verse. Sollten Sie noch keine Bibel besitzen, sie ist in jedem Buchhandel auf Lager. Es wird sich lohnen, meint Albert Damblon aus Mönchengladbach

Copyright Vorschaubild: Public Domain Pixabay.jpg

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