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Hörmal | 26.12.2013 | 07:45 Uhr

Wer gibt, ...

Die leuchtenden Augen meiner eigenen Tochter, das ist für mich das Schönste an Weihnachten: das Gefühl, ihr eine riesen Freude gemacht zu haben. Das erzählen viele, ganz egal, ob es etwas Großes gab oder eine kleine Aufmerksamkeit: Anderen etwas zu schenken, ist ein gutes Gefühl. Es sagt: Ich schätze dich, du bist mir wichtig, vielleicht sogar: Ich liebe dich. Das zeigen zu können, ist das Schöne am Schenken.

Adam Grant, ein junger Professor für Psychologie in Pennsylvania, USA, hat jetzt herausgefunden: Wer gerne gibt, kommt gut weiter.(1) Ganz gleich, ob in der Familie oder unter Freunden, ob in der Freizeit oder sogar im Beruf: Geben ist seliger als Nehmen. Ein altes Sprichwort, das sagt schon die Bibel (Apg 20,35). Erstaunlich ist, dass man damit Erfolg haben kann. Normalerweise kommen doch immer die weiter, die die Ellenbogen ausfahren, die von den anderen nehmen, was sie brauchen, und nur den eigenen Vorteil suchen. Ja, die gibt es, das weiß auch Adam Grant. Doch in seinem Buch „Geben und Nehmen“ (2) kann er noch etwas anderes zeigen: Die Geber kommen auch nach oben. Aber sie sind viel zufriedener und sie bleiben länger da. Weil sie ein Team haben, wo man sich gegenseitig schätzt und stärkt. Wo Ideen geteilt werden, wo es normal ist, um Hilfe zu bitten, oder den andern zu geben, was sie gerade brauchen.

Grant unterscheidet drei Typen: die Nehmer, die Matcher und die Geber. Die Nehmer nehmen und geben nie zurück. Das sind die mit dem großen Bild von sich selbst im Jahresbericht der Firma oder lauter Fotos von sich selbst auf Facebook. Die Matcher sind auf Ausgleich bedacht. „To match“ heißt, es muss zusammenpassen. Sie glauben an Gerechtigkeit. Wie du mir, so ich dir. Wenn sie irgendwo einspringen oder aushelfen, rechnen sie damit, das auch mal zurück zu bekommen. Anders die Geber. Sie geben mehr, als sie empfangen. Immer sehr konkret, immer sehr gezielt, immer so, dass es Spaß macht. Es sind nicht diese Dauer-Helfer a la Mutter Theresa oder Mahatma Ghandi. Sie wollen nicht immerzu der ganzen Welt helfen. Gute Geber fragen sehr genau: Wem kann ich am besten nutzen? Mit wenig Aufwand, mit begrenzter Zeit, mit dem, was ich gut kann?

Solche Menschen sind oft gute Netzwerker. Unter Freunden oder im Beruf haben sie gute Beziehungen. Sie bekommen auch viel zurück. Aber einfach so, ohne Berechnung. Und geben trotzdem weiter. Es ist so ihre Art.

Adam Grant, der Psychologe, hat untersucht, wie es in Unternehmen zugeht. Sein Befund: Wo es eine Kultur der Hilfe gab, wo man sich für Kollegen einsetzte, da war das Unternehmen erfolgreich und die Kunden zufrieden. Es ist wirklich so: Wer gibt, dem wird gegeben. Vielleicht macht das Schenken auch deshalb so viel Spaß, weil dieses Geben tief in uns drin ist. Ich überlege schon, was ich für ein Typ bin. Sag‘ ich ganz oft „ich“ oder meistens „wir“ und „du“? Wie würden das die andern sehen? Was kann ich richtig gut und was macht mich zufrieden? Bin ich ein Geber?

Gott gibt an Weihnachten auch etwas. Wahrscheinlich hat auch Gott überlegt: Was kann ich am besten? Womit würde ich den Menschen am meisten helfen? Also schenkte er uns seine Liebe. Bedingungslos, ohne jede Berechnung. Nein, das ist jetzt kein Kitsch, das ist mein voller Ernst. In der Liebe ist Gott unschlagbar. Also hat er sich klein gemacht und ist Mensch geworden. Gott liebt uns, obwohl wir es sind. Das ist sein Geschenk. Und er freut sich riesig, wenn wir uns freuen.

(1) Geben – das Geheimnis des Erfolgs. Adam Grant im Gespräch, Psychologie heute 40, Heft 11 (2013), 32-35

(2) Adam Grant: Geben und Nehmen. Erfolgreich sein zum Vorteil aller, München 2013

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