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Kirche in WDR 2 | 30.11.2013 | 05:55 Uhr

Werde Mensch

Morgen fängt sie an, die Adventzeit, die Zeit, der Vorbereitung auf das Weihnachtsfest. Advent heißt Ankunft. Wir warten auf Weihnachten, auf das Fest der Liebe, an dem wir die Geburt Jesu im Stall feiern. Mit seinem Ankommen in der Welt wurde Gott Mensch, wuchs auf als Sohn einfacher Leute, wurde Wanderprediger, aber auch einer, der gezeigt hat, wie Gott sich das vorstellt, das Mensch-sein.

Der Mensch ist Mensch, weil er vergisst, weil er verdrängt. Nach dem Tod seiner Frau hat Herbert Grönemeyer ausgedrückt, was Menschsein für ihn heißt. Das Lied hat Millionen angerührt als Hymne auf die Menschlichkeit und das Menschsein. Grönemeyer beschreibt es in vielen Facetten.

Der Mensch ist Mensch, singt er, weil er wärmt, wenn er erzählt. Zum Beispiel von einer Welt, in der neue Werte gelten, menschlichere, eine Welt ohne Gewalt , ohne das Recht des Stärkeren, eine Welt, in der jeder Mensch gleich viel zählt.

Der Mensch ist Mensch, meint Grönemeyer, weil er hofft und liebt, mitfühlt und vergibt. Einer, der sich selbst liebt und die anderen, der auch denen mit Respekt begegnet, die anders sind als er, der nicht unterscheidet, wer liebenswert ist. Einer, der nachfragt und aufmerksam zuhört, um was andere ihn bitten. Der hört, was Menschen in seiner Nähe brauchen.

Einer, der schwärmt und glaubt, sich anlehnt und vertraut, singt Grönemeyer. Einer, der sich traut, Träume zu haben und Sehnsüchte, der zu seinen Gefühlen steht und mit seinen Grenzen lebt. Der etwas hat, woran er sich hält. Oder jemanden, an den er glaubt, dem er vertraut.

Wer die Erzählungen von Jesus kennt, bemerkt; es liegen 2000 Jahre zwischen dem Gott, der Mensch wurde und dem, was Grönemeyer als Menschsein beschreibt. Und doch stimmt die Botschaft überein; ein Mensch ist einer, der sich einlässt auf das Leben.

„Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns und wir sahen seine Herrlichkeit“, so beschreibt ein Satz aus der Bibel das Mensch-werden Jesu. Gott wurde Mensch aus Fleisch und Blut, ließ sich ein mit Haut und Haaren, fühlte, wurde verletzlich, angreifbar, sterblich. Er hat sich für dieses Leben entschieden. Für das Sitzen im Gras irgendwo in Galiläa statt auf einem Thron weit weg. Für Brot und Fisch mit denen, die auf der Suche waren nach einem guten Leben für alle; für die Freundschaft mit Fischern und Hausfrauen genauso wie mit Fremden, Nichtsesshaften, Prostituierten.

„Mach’s wie Gott werde Mensch“ steht auf einer Weihnachtskarte. Die Adventszeit bietet sich an, es zu versuchen. Sich zwischen allem Vorbereiten und Planen, mal hinzusetzen und zu erzählen. Sich zu besinnen, darauf, was man fühlt und was man will, wenn nötig Klartext zu reden, Konflikte auszutragen statt sie um des falschen Friedens willen unter den Teppich zu kehren. Sich Zeit zu nehmen für jemanden, den man nur flüchtig kennt. Man was Verrücktes zu machen.

Möglichkeiten gibt es reichlich. Einfach Mensch zu sein. Und ich bin überzeugt, wer es im Advent versucht, kommt gut eingestimmt bei Weihnachten an.

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