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Kirche in WDR 3 | 29.07.2016 | 07:50 Uhr

Werft alle eure Sorgen auf Gott hin

Guten Morgen!

Manchmal kommt mir der Gedanke, welche Berge wohl zum Vorschein kämen, wenn man einmal sichtbar machen könnte, was an Lasten und Sorgen abgelegt wurde vor den Kreuzen, Ikonen und Marienbildern mit den Kerzenständern in den Kapellen und Kirchen. Für viele Menschen, die ein christliches Gotteshaus betreten, ist es fast zu einem festen Ritual geworden: Sie gehen zum Opferkerzenständer, werfen eine Münze ein, nehmen eine Kerze, entzünden sie an einer anderen, stellen sie auf und verweilen dann einen Moment. Dieser Moment ist vielen sehr wichtig. Wenn ich das zum Beispiel im Paderborner Dom beobachte, dann kommt es mir so vor, als ob aus dem Herzen dieser Menschen die Anliegen aufsteigen, ihre Sorgen, Bitten, aber auch der Dank und die Freude. Ich beobachte auch, dass viele Touristen darunter sind, die eher zufällig hier in den Dom kommen. Sie werden regelrecht von einem Kerzenständer angezogen. Ein Pfarrer meinte einmal zu mir, als wir gemeinsam eine Waldkapelle, in der Tag und Nacht viele Kerzen brennen, wieder einweihten: „So mancher erfüllt dann hier seine Christenpflicht, den man im Gottesdienst selber nicht sehen würde“.

Die brennende Kerze verstehe ich als ein Symbol für die Menschen, die sie angezündet haben. Die Menschen sind schon lange weitergegangen, aber die Kerze, die sie entzündet haben und sich leise selber verzehrt, brennt noch weiter und steht für den Beter. Bemerkenswert dabei ist für mich: Das Symbol der brennenden Kerzen verbindet mittlerweile fast alle christlichen Kirchen. In den katholischen und orthodoxen Gotteshäusern war es seit langem üblich, solche Kerzen zu entzünden. Auch in vielen evangelischen Kirchen findet man solche Orte, wo Kerzen entzündet werden.

Übrigens: Im Dom zu Paderborn ist in diesem Jahr der Barmherzigkeit der Ort für das Aufstellen von Kerzen besonders hervorgehoben. Im nördlichen Seitenschiff „stolpert“ man förmlich über einen Aufkleber am Boden, der auf mehrere Kerzenständer hinweist. Sie stehen unter einem mittelalterlichen Kruzifix. Auf dem Aufkleber ist ein Satz geschrieben aus dem ersten Petrusbrief des Neuen Testaments. Der Satz will genau dazu ermutigen, an dieser Stelle das zu tun, was er beschreibt: (1 Petrus 5,7): „Werft alle eure Sorgen auf ihn, denn er kümmert sich um euch.“ An dieser Stelle unter dem Kruzifix beten seit über 1200 Jahren Menschen und wagen das Vertrauen, die eigenen Sorgen und Anliegen abzugeben an Gott – wie immer sich ihn die Beter und Verweiler vorstellen. Gerade in dieser Woche des Liborifestes, zu dem bis zu eineinhalb Millionen Menschen nach Paderborn kommen werden, wird der Ständer mit den Kerzen überquellen.

Dabei weist das große Kruzifix über den Kerzenständern eine Richtung. Bei dem, der dort hängt, sind Freude und Leid, Lasten und Sorge gut aufgehoben. Ja, ich bin überzeugt: Alle Menschen dürfen ihre Sorgen auf den werfen, der da hängt, Jesus Christus, denn ihm ist jeder Mensch wichtig. Er kümmert sich um uns, weil wir ihm viel bedeuten.

Immerhin hat er das nach dem Matthäus-Evangelium selber gesagt, als er die Menschen aufgefordert hat: „Kommt alle zu mir die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt, ich werde euch Ruhe verschaffen.“ (Mt 11,28)

Aus Paderborn grüßt Sie Weihbischof Matthias König.

Copyright: pdp - Erzbistum Paderborn

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