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Kirche in WDR 4 | 20.10.2017 | 08:55 Uhr

Wie die Gemeinden wuchsen

Dieses Jahr ist Lutherjahr. 500 Jahre Reformation. 500 Jahre Reformation heißt daran denken, dass die Christen immer wieder daran geabeitet haben, das, was sie Kirche nennen, zu reformieren.

Staunenswert ist dabei doch, dass das Christentum es so weit gebracht hat. Wie kam es eigentlich vor fast zweitausend Jahren überhaupt zur Bildung der christlichen Gemeinschaften? Wie fing das an und was war das Erfolgsmodell?

Hilfreich sind die Forschungen des Bonner Theologieprofessors Georg Schöllgen. Er hat untersucht, warum die junge Kirche neue Mitglieder gefunden hat und gewachsen ist. Er fand zwei Hauptgründe. Die Christen kümmerten sich um die Armen und zwar um alle Armen, nicht nur die in ihrer Gemeinschaft. Das war das Eine. Das war neu. In der Antike herrschte soziale Kälte: Einzelschicksal, wer Witwe, chronisch krank oder verkrüppelt war.

Zum andern machten die Christen nicht alles mit. Sie gingen nicht in die Arenen, um dem blutigen Spektakel zuzuschauen. Gladiatorenkämpfe interessierten sie nicht. Das fanden gebildete Menschen spannend und schlossen sich der christlichen Gemeinschaft an. Es waren also die Armen und die Gebildeten, die sich der Botschaft Jesu geöffnet haben. So entstand eine Gemeinschaft, die keinen äußeren Feind braucht und offen ist für alle.

Für mich sind das interessante Forschungsergebnisse. Das ist wichtig für die Kirchen von heute. Denn immer ist Barmherzigkeit ein entscheidendes Merkmal von Christen. Papst Franziskus betont es andauernd. Martin Luther aber ist ebenso wichtig. Seine Bibelübersetzung in die deutsche Sprache betont den anderen Aspekt, den Professor Schöllgen feststellt. Die gebildeten Bürgerinnen und Bürger wollen verstehen, was über Jesus berichtet wird, und zwar in der Sprache ihrer Zeit. Ohne Übersetzung klappt das nicht. So ist Christentum, wie in den jungen Gemeinden zugleich, eine praktische wie intellektuelle Sache.

Praktisch geht es um die gemeinsame Hilfe für Menschen in Not, zum Beispiel die Flüchtlinge. Wissenschaftlich geht es darum, dass sich die verschiedenen Kirchen besser verstehen. Also Übersetzungsarbeit! Wenn ich verstehe, warum ein anderer anders tickt, kann ich ihm freundlich begegnen. Nicht nur tolerant, sondern anerkennend.

500 Jahre nach Luther haben die katholischen Christen begriffen, wie wichtig die Bibel ist. Und die evangelischen Christen haben längst erkannt, dass neben dem Wort der Bibel die Menschen auch Hunger nach Riten, Bildern und Feierlichkeit haben. Da tut sich viel in den Kirchen. Das ist gut so.

Wenn Christen weiterhin durch zweierlei auffallen, mache ich mir für die Zukunft keine Sorgen: Durch helfen Hände und durch einen wachen Geist, der nicht zu allem „Ja und Amen“ sagt, sondern erkennt, was an der Zeit ist.

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