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Kirche in WDR 4 | 20.12.2016 | 08:55 Uhr

„…wie einen seine Mutter tröstet“

Guten Morgen! Eine Kollegin erzählt mir von einer Freizeit mit Zwölfjährigen:

Sprecherin: „Beim Toben im Wasser kann es nicht wild genug zugehen. Und dem angebundenen Hund auf dem Nachbargrundstück, der knurrt und bellt, kann man großspurig ‚Halt die Klappe, Köter‘, zurufen. Wenn ich die Jungs so reden höre – jeder Zoll ein Held! Aber am Abend ist es dann stiller. Ich merke, wie sich das Heimweh heranschleicht. Bei den Mädchen, aber auch bei den Jungen. Auf kleine mütterliche Gesten reagieren sie aufgeschlossen und dankbar – die aufgeschnittenen Äpfel oder dass einer den Rest im Nougatcremeglas auslöffeln darf oder die kleine Geschichte vor dem Einschlafen…“

„Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.“ Sagt Gott. So hat es der Prophet Jesaja einmal gesagt. Mütter – sie sind unersetzlich für Kinder und Jugendliche.

Wie wichtig, zeigt oft die Eingewöhnung der Kinder in den Kindergarten. Das kleine Mädchen weint heiße Tränen, als sich die Mutter am Morgen verabschiedet. Obwohl die Erzieherin ihr viel Aufmerksamkeit schenkt, fließen bei jedem kleinen Anlass die Tränen. Als die Mutter sie nach ein paar Stunden wieder abholt, ist mit einem Mal alles wieder gut.

Noch im hohen Alter erinnern sich viele an diese erste wichtige Zeit mit der Mutter. Die alte Frau zum Beispiel, die nicht gern im Pflegheim ist. Die Umgebung ist ihr fremd und macht sie ganz unruhig. Sie findet sich nicht mehr zurecht. Nach dem Gottesdienst in der Kapelle des Heims wird sie ungeduldig, weil die Pflegerin sie nicht gleich abholt. „Ich muss heim“, sagt sie. „Meine Mutti wartet mit dem Essen auf mich. Sie sorgt sich, wenn ich nicht pünktlich bin.“

„Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.“ Wie oft haben Menschen solchen Trost nötig! Weil sie Heimweh haben. Weil sie sich nach Geborgenheit sehnen, einem Ort, einem vertrauten Menschen, nach einer Situation, in der sie sein dürfen, wie sie sind. Trost wäre so nötig, weil der liebste Mensch nicht mehr da ist. Weil sie verwirrt und traurig sind und nicht mehr allein zurechtkommen. Wie oft geht es mir selbst im Alltag so… Da ist etwas nicht gelungen, für das ich Energie und Sorgfalt aufgebracht habe. Da ist mir die Auseinandersetzung mit einem Kollegen an die Nieren gegangen. Da hat mich der, von dem ich das am wenigsten erwartet hätte, tief verletzt. Gut, wenn die, die Trost brauchen, Trost finden. Wie viele mögen ungetröstet bleiben, weil keiner ihre Sehnsucht wahrnimmt?

„Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.“ In der Bibel lese ich, dass Gott die sieht, die es schwer haben – weil ihr Leben anders verläuft, als sie es geplant hatten. Weil sie sich in ihrem Alltag immer wieder schuldig machen, an sich selbst oder ihren Mitmenschen. Weil es mit den Menschen, mit denen sie leben, längst nicht immer einfach und harmonisch zugeht.

„Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.“ Das hat Gott einstmals seinem Volk verheißen. Und dann hat er sein Versprechen eingelöst: Er ist in Jesus zur Welt gekommen. Gott, geboren von einer jungen Frau, um uns zu trösten und uns einen guten Weg zu weisen. Dieses Ereignis werden Christen in wenigen Tagen feiern. Gott hatte es dem Propheten Jesaja aufgetragen, es allen zu erzählen: Gott wendet sich dir zu, er wird dich trösten. Und ich kann es spüren: In dem Freund, der die Geduld behält. In meiner Frau, die unbeirrt an mich glaubt. In den Tönen der weihnachtlichen Musik. In Worten, die mein Herz berühren. In jeder Geste, die mich spüren lässt, dass ich geliebt werde.

Getroste letzte Adventstage wünscht Ihnen Ihr Pfarrer Michael Opitz aus Düsseldorf.

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