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Kirche in WDR 2 | 15.11.2016 | 05:55 Uhr

Wie kannst du das glauben?

Kannst du den Scheiß wirklich glauben?

Wie oft bin ich das schon gefragt worden! Meistens kann ich darauf fröhlich „ja“ sagen, manchmal bleibt mir das in Hals stecken. Wie bei dem Jungen in der neunten Klasse, mit dem ich mal als Gruppenleiterin zu tun hatte. Seine Mutter war an Krebs gestorben und er erzählte bitter davon, wie wenig ihm sein Glaube geholfen hatte.

Kurz nach der Diagnose hat seine Oma zu ihm gesagt: „Kind, du musst nur stark genug beten, dann wird deine Mutter gesund!“

Die Oma hat das sicher gut gemeint und vielleicht war sie auch selbst davon überzeugt, aber ganz ehrlich: Sagen Sie das besser nie, wenn Sie nicht genau erklären können, was Sie meinen!

Der Junge hat gebetet, wie verrückt, Tag und Nacht. Seine Mutter ist trotzdem gestorben. Ob er noch an Gott glaubt? Nein! Natürlich nicht! Denn sein Gottesbild - oder das seiner Oma - hat ihn enttäuscht, er fühlt sich von Gott, der Religion im Stich gelassen.

Aus seiner Sicht war das ganze Beten zwecklos: Gott hat die Mutter nicht gesund gemacht. Ist dieser Gott also machtlos? Oder ein Sadist? Also einer, der sich freut, wenn andere leiden?

Ich habe dem Jungen gesagt, dass ich Gott nicht so sehe. Ich glaube, dass Gott mit ihm leidet. Und dass Beten in so einem hoffnungslosen Fall wohl eher bedeutet, Gott etwas vor die Füße zu werfen. Ich würde zu Gott sagen:

„Das ist scheiße! Das ist ungerecht! Verdammt nochmal, Gott, warum lässt du das zu? Ich liebe diesen Menschen! Ich will ihn nicht verlieren, ich will nicht, dass er leidet!“

Ob die Angst oder Trauer um den andern dann leichter zu ertragen ist? – Sicher nicht immer, aber für mich ist klar: Ein Gebet ist keine Allmachtsnummer und Gott ist kein Befehlsempfänger!

Für mich ist Er der letzte Grund, tiefer als in Seine Hand kann ich nicht fallen. Und wenn ich an die großen Verluste und Niederlagen in meinem Leben denke, weiß ich: Er ist jeden Schritt meines Weges mit mir gegangen. Ob ich wütend auf Ihn war oder Ihm für irgendwas gedankt habe. Er liebt mich. Das heißt auch: Er lässt mich frei sein. Frei, mich für ihn oder gegen Ihn zu entscheiden.

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