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Kirche in WDR 2 | 14.03.2015 | 05:55 Uhr

Willkommen auf Deutsch!

O-Ton Bürger: Wenn Sie Ihre Entscheidung, das Altenwohnheim umzuwandeln in ein Asylbewerberheim, tatsächlich umsetzen, werden Sie Probleme bekommen. (Applaus!)

„Willkommen auf Deutsch“ heißt der sehenswerte Dokumentarfilm, der seit Donnerstag in einigen Kinos läuft. Und er geht ein Thema an, das viele gerade aus unterschiedlichen Gründen bewegt: Flüchtlinge.

Fast täglich konfrontieren uns ja die Nachrichten damit. Die Appelle, die europäischen Grenzen zu öffnen, sind laut – und ich denke: gut so!

Was aber, wenn Europa plötzlich das eigene Dorf wird, in dem sich in unmittelbarer Nachbarschaft Asylsuchende niederlassen sollen?

Die Dokumentation zeigt am Beispiel zweier Dörfer bei Hamburg auf, wie es um die Willkommenskultur in Deutschland tatsächlich steht. In den Orten soll eine neue Heimat für traumatisierte Flüchtlinge entstehen. Dahinter verbirgt sich zuerst einmal die rechtschaffene Absicht einer Kreisbehörde:

O-Ton Kreisverwaltungsdirektor: Ich denke, das Asylrecht, dass wir in Deutschland Bürgern, die verfolgt sind, gewähren, ist ein ganz wichtiges Recht.

Asylrecht hin oder her. Der Wille zu helfen und der allgemeine Gerechtigkeitsgedanke sind das Eine. Wenn´s aber konkret wird, kann es schnell anders aussehen. Gerade auf dem Land sehen viele den Dorffrieden in Gefahr, wenn ihre Heimat zur Lösung der Flüchtlingsfrage beitragen soll. Das führt im Film zur Empörung einiger Dorfbewohner, deren Lebensumfeld sich bald massiv verändern soll.

O-Ton Bürgerversammlung: 53 Männer sind 25% unserer Dorfgemeinschaft. Glauben Sie, dass das sozial verträglich ist? (Applaus!)

Die Filmemacher nehmen die Sorgen der Dorfbewohner ernst. Sie offenbaren die ganze Bandbreite an Emotionen, die in dem Thema stecken. Und da gehören Ablehnung und Ängste nun mal mit dazu. Doch die Filmemacher treffen nicht nur auf Vorbehalte. Da ist auch die couragierte 80-Jährige, die sich um eine 6köpfige Asylbewerber-Familie kümmert, deren Mutter erkrankt ist. Die Rentnerin hat selbst noch Hunger und Verfolgung nach dem Weltkrieg erlebt.

O-Ton Rentnerin: Wenn wir uns das vorstellen, wir dürfen nicht sein, weil wir die falsche Nationalität haben, das ist doch entsetzlich!

Diese Rentnerin hat eine große Kraft: Sie wechselt die Perspektive und sieht damit klarer, wie abweisend es wirken kann, einen Menschen auf seine Herkunft zu reduzieren. Damit gewinnt sie einen wichtigen Maßstab zurück: Fremdenliebe, ja Menschlichkeit.

Und genau darum geht es in dem Film: um Menschlichkeit, gerade im Spannungsfeld von Befremdung und allen denkbaren Emotionen.

Die 80jährige Frau schafft mit ihrem Perspektivwechsel inmitten solcher Spannungen Möglichkeiten der Begegnung.

Damit lebt sie eine Willkommenskultur vor, in der Menschlichkeit konkret erfahrbar wird.

Ich denke also, Willkommen geht auch auf Deutsch! Gerade, wenn es um Flüchtlinge aus der Fremde geht.

Copyright Vorschaubild: Public Domain Pixabay

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