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Kirche in WDR 4 | 23.11.2017 | 08:55 Uhr

Wir können anders

Guten Morgen,

wir können anders, das behauptet ICAN. ICAN als Name setzt sich zusammen aus den Anfangsbuchstaben der vier Worte: International Campaign to Abolish Nuclear Weapons, auf Deutsch: Internationale Kampagne für ein Atomwaffenverbot. ICAN bekommt am 10. Dezember in Oslo den Friedensnobelpreis verliehen.

Viele Atomwaffengegner in über 400 Organisationen aus über 100 Ländern gehören zu ICAN. Die meisten sind jung. Die vier Geschäftsführer in Genf sind Mitte 30. Sie fordern das Atomwaffenverbot, weil sie davon überzeugt sind, dass die Menschheit sich mit einer dieser Waffen auslöschen könnte, weil sie wissen, wieviel unsägliches Leid die beiden amerikanischen Atombomben 1945 in Japan auslösten und weil auch der Vertrag über die Ächtung von Landminen völkerrechtlich anerkannt wurde und Konsequenzen nach sich zog,

Vertreter der NATO-Staaten, zu denen auch Deutschland gehört, setzen dagegen: Einseitig Atomwaffen abzuschaffen, sei gefährlich, weil es machthungrige Staaten geradezu auffordere, atomar aufzurüsten.

ICAN denkt nicht strategisch-militärisch, sondern aus der Perspektive der Betroffenen: Welch Schrecken ohne Ende ein Einsatz dieser Waffen bedeutet. 2007 wurde ICAN von Ärzten gegründet. Ärzte wissen, wie verletzlich wir Menschen sind. Ärzte wissen, wie hilflos die Medizin bei nuklearer Verseuchung ist.

Das Nobelpreis-Komitee sei weltfremd, es unterstütze Träumer, lauten Kommentare. Mir fällt dazu dieser Satz ein: „Selig sind, die Frieden stiften, denn sie werden Gottes Kinder heißen“. (Matthäus 5,9) Gesagt hat ihn Jesus von Nazareth, das Kind Gottes. Er nahm nicht hin, dass Leben voller Gewalt sein muss, weil es immer schon so war. Er erinnerte Menschen an das, was sie auch können: friedfertig leben. Er sagt: Ihr seid nicht machtlos. Gott steht hinter euch, wenn ihr Frieden stiftet.

Ohne Waffen. So, wie er es getan hat: Als Soldaten ihn festnahmen, wehrte er sich nicht. Jesus ertrug den Tod am Kreuz, weil er vertraute: Gott verlässt ihn nicht. Er riskierte sein Leben, indem er den ersten Schritt in eine andere Richtung ging.

Jesus - so glaube ich – brachte Gott in die Welt. Und deshalb dachten viele: Der ist ja weltfremd. Genauso wie seine Nachfolgerinnen und Nachfolger. Doch Jesus zeigte: Diese Haltung, die euch fremd ist, die kann gelebt werden. Mitten in der Welt. Das möchte Gott euch durch mich mitteilen. Und so kommt manchem die Kampagne zum Verbot von Atomwaffen weltfremd vor – das ist sie aber nicht. Sie steht ein für eine bessere Welt, wie Gott sie meint. Sie hat mit über hundert Staaten einen Vertrag zum Verbot von Atomwaffen erarbeitet. Die NATO-Staaten, Russland, China, Japan und die anderen Nuklear-Staaten haben entweder nicht mit verhandelt oder gegen den Vertrag gestimmt. Darüber wird jetzt geredet. Auch darüber, dass im Moment wieder atomar aufgerüstet wird. - ICAN hat Widerspruch eingelegt. ICAN hat die alte Vision von der atomwaffenfreien Welt belebt.

Wer anders denkt, muss das jetzt begründen. ICAN arbeitet weiter daran, dass die Vereinten Nationen Atomwaffen verbieten. Auch wenn das Ziel in absehbarer Zeit nicht erreicht wird: Ich finde, ICAN bekommt den Nobelpreis zu Recht.

Ich bin Pfarrerin Kathrin Koppe-Bäumer aus Meschede.

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