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Kirche in WDR 3 | 08.01.2015 | 07:50 Uhr

Wir waren nicht alleine - Und Ihr seid es auch nicht

Guten Morgen, gemeinsam sind wir stark. Das könnte ihr Wahlspruch gewesen sein, denn sie waren fast wie Brüder, die drei Weisen aus dem Morgenland. Sie waren unterwegs in Judäa, damals als Jesus geboren wurde. Auf ihrer Reise haben sie viel miteinander erlebt und sind sehr eng zusammengewachsen. Und so ziehen sie auch heute, wenn sie als Sternsinger unterwegs sind, in guter alter Tradition natürlich wieder zu dritt von Haus zu Haus. Mit den Spenden, die sie bekommen, tun sie Gutes. Sie sorgen dafür, dass die Kinder in ärmeren Ländern nicht allein gelassen werden mit ihren Problemen. So sammeln sie in diesem Jahr für Kinder auf den Philippinen. Über das Kinderhilfswerk der katholischen Kirche gelangt das Geld dorthin.

Menschen sind dann besonders stark, wenn sie sich gemeinsam auf den Weg machen. Das ist durch alle Zeiten hindurch so gewesen. Auch im Jahr 1983 in Wittenberg in der ehemaligen DDR. (1)

Es war evangelischer Kirchentag und wer in den Lutherhof kam, hörte etwas, das klang wie Hammerschläge auf Metall. Die Menschen dort wollten Ernst machen mit der Idee des Propheten Micha: „Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen.“ (Micha 4,5)

Ein Schmied begann am späten Abend in der Dunkelheit mit dem Umschmieden. „Alle hatten das Gefühl, sie würden mitschmieden – mit Lust und Schweiß, mit Beharrlichkeit und Zuversicht, mit Sachverstand und Begeisterung. Vor allem jüngere Menschen, dichtgedrängt, emotional berührt, riefen dem Schmied ein vielhundertfaches `Hoi! Hoi! Hoi!’ (...) zu. Dann wieder stilles, staunendes Zuhören“ (2) auf die Hammerschläge des Schmiedes.

So hat es Friedrich Schorlemmer erzählt, der damals Pfarrer war in Wittenberg und Dozent am dortigen Predigerseminar. Er hat aber auch erzählt was danach kam: von dem Zorn und den Drohungen der politisch Verantwortlichen. Da half es ihm sehr, zu wissen: Es ist in Gottes Geist geschehen, was sich da ereignet hatte in jener Nacht in Wittenberg. Und: Keiner ist mehr allein. Denn nun wussten die, die dabei gewesen waren, dass sie alle eine andere Vorstellung von ihrem Leben hatten als Krieg zu führen.

Das galt auch für die Menschen, die 1989 in Leipzig friedlich für den Fall der Mauer demonstrierten. Christian Führer, damals Pfarrer an der Leipziger Nikolaikirche, erinnert sich: „Es gab natürlich Provokationen oder bahnten sich an… Und wenn dann einer was machen wollte, und dann rufen tausend Leute um ihn herum ‚Keine Gewalt‘, dann fällt ihm schnell der Stein aus der Hand. Und das hat ja auch einen Eindruck auf die Polizei gemacht. Ja, was macht man, wenn die Leute einfach friedlich da lang gehen und keine Provokation ist?“ (3)

Eine andere Vorstellung vom Leben als Krieg zu führen hat auch das Künstlerehepaar Gregor Merten und Carmen Dietrich. Und deshalb ziehen sie mit ihrem Rad der Religionen als Abraham-Karawane durch Stadt und Land. Das Rad hat einen Durchmesser von gut einem Meter. Die Symbole der drei abrahamitischen Religionen: Davidstern, Kreuz und Halbmond sind Teil dieses Rades.

Carmen Dietrich und Gregor Merten gehen niemals alleine, sondern sie gehen immer zusammen mit Menschen, die sich ihrer Idee anschließen. Sie zeigen damit, dass der Weg des Friedens nur in der Gemeinschaft von Menschen unterschiedlicher Religionen und Kulturen gegangen werden kann. So wird dann diese Abraham-Karawane zum weithin sichtbaren Zeichen, dass da Menschen unterwegs sind, die Frieden wollen, die andere Ideen vom Leben haben als Krieg zu führen. (4)

Wir sind nicht alleine, Gott ist dabei, mit Geistkraft und reichem Segen. Dass das auch für Ihr Leben gilt, dass wünscht Ihnen Gerlinde Anders, Pfarrerin in Leverkusen.

1 Schorlemmer, Friedrich, Klar sehen und doch hoffen, Mein politisches Leben, Berlin, Aufbau, 2014, S. 250-256.

2 ebd. S. 251f.

3 http://www.youtube.com/watch?v=jASlH-3409g

4 http://www.engel-der-kulturen.de/karawane.html

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