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katholisch

Hörmal | 05.04.2015 | 07:45 Uhr

Wo am besten Ostern feiern?

Wo feiert man eigentlich am besten Ostern? Vielleicht auf den Osterinseln? In Rom, mit dem Papst? Oder doch gleich in Jerusalem. Immerhin ist da die Grabeskirche. Seit Jahrhunderten pilgern Menschen dorthin, um der Stelle nahe zu sein, wo Jesus gestorben ist und beigesetzt wurde. Vom Felsen Golgatha sieht man nicht mehr viel, da ist jetzt eben die Kirche drum gebaut. Aber noch heute erinnern die eingeritzten Kreuze auf den Wänden an die Horden von Kreuzrittern, die im Mittelalter sogar dafür mordeten, um die Grabeskirche zu erreichen. Eine blutige Geschichte – aber trotz allem: Die Grabeskirche gilt als die „Mutter aller Kirchen“, weil hier der letzte Ort des irdischen Jesus war. Ist also deswegen die Grabeskirche der richtige Ort, um Ostern zu feiern? Naja, bedingt. Denn die Christen verehren dort ja im Grunde jemanden dafür, dass er gerade nicht dort ist. Das Grab ist leer. Und das ist das Geheimnis von Ostern. Die vielleicht wichtigste Kirche der Christenheit ist um einen leeren Ort gebaut. Während zumindest in jeder katholischen Kirche ein Knochen oder ein Stück eines Knochens von einem Heiligen ist, eine sogenannte Reliquie, wird man in der Grabeskirche keinen Knochen von Jesus antreffen. Denn hier feiern die Christen, dass Jesus nicht da ist. Dass von ihm keine Knochen übrig blieben. Mit anderen Worten: Dass er nicht tot ist, sondern auferstanden. Irgendwie komisch: Christen feiern an einer Leerstelle. Genauer: Sie feiern eine Leerstelle, weil sie sagen: Was da war, das war nicht alles. Es geht immer auch noch einmal anders. Anders als ich denke, anders als ich es erwarte, anders als ich es mir vorstellen kann.

Wo also Ostern feiern? Ich denke überall – da spielt das „wo“ nicht so eine große Rolle, sondern eher das „wie“. Wie wäre es, wenn auf einem Friedhof getanzt würde? .Wie wäre es, wenn in einem Gefängnis gefeiert würde, weil endlich die Gitter fehlten, in einem Krankenhaus, weil es keine Patienten mehr gäbe? Ostern ist für Christen das Fest dafür, dass es immer auch noch anders geht; es ist das Fest der unbesiegten Lebensfreude – nicht ungebrochen – aber unbesiegt. Eigentlich das Fest schlechthin. Es klingt verrückt: Aber Christen sollten öfter auf Gräbern tanzen, Gefangenen die Freiheit bringen und Sonnenbrillen auch bei Regen tragen. Denn sie haben eigentlich eine wunderschöne Botschaft: Das Leben wird gewinnen! Und das muss gefeiert werden. Überall. Und nicht nur an Ostern.

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