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Kirche in WDR 4 | 13.07.2015 | 08:55 Uhr

Worte, die mir leben helfen

Hier bin ich!

Guten Morgen, liebe Hörer und Hörerinnen!

Es gibt Worte, die zum Leben helfen. Für mich sind es Worte der Bibel, die mit den Jahren und Jahrzehnten mein Leben verändert haben. Manchmal musste ich sie lange immer wieder lesen und anschauen, bis sie zu mir sprachen. Und manchmal trafen sie mich ganz plötzlich in einer Situation, die ich dann mit ihrer Hilfe bestehen konnte. Manchmal sind es Worte, die ich regelrecht erleiden muss, und manchmal Worte der Freude, die inneren Frieden schenken. Worte voller Leben, weil es Worte der Beziehung sind.

Manchmal bekommen diese Worte in einer besonderen Situation auch eine besondere Bedeutung und begleiten einen dann lange. Eines dieser Worte ist für mich zum Beispiel das Wort aus dem Alten Testament:

Sprecher:

„Liebe den Herrn, deinen Gott, hör auf seine Stimme und halte dich an ihm fest; denn Er ist dein Leben“ (Dtn 30,20).

In einer Situation der Entscheidung kann ein solches Wort mir die richtigen Kriterien vermitteln: Er ist mein Leben. In einer Situation der Unsicherheit kann es sein, dass es mir hilft, mich wirklich an Gott festzuhalten. In einer Situation der Verwirrung, wo viele auf mich einreden, kann es meinen Sinn klären, indem ich versuche auf seine Stimme zu hören.

Wie in einer menschlichen Beziehung verlangt es ein beständiges Üben, Hinhören und Aushalten. In einem Büchlein fand ich eine schöne Geschichte, die es, wie ich meine, sehr anschaulich sagt:

Sprecher:

«Dem Pfarrer einer kleinen Stadt fiel ein alter, bescheiden wirkender Mann auf, der jeden Mittag die Kirche betrat und sie kurz darauf wieder verließ. Eines Tages fragte er den Alten, was er denn in der Kirche tue. Der antwortete: „Ich gehe hinein, um zu beten.“ Als der Pfarrer verwundert meinte, er verweile nie lange genug in der Kirche, um wirklich beten zu können, sagte der Besucher: „Ich kann kein langes Gebet sprechen, aber ich komme jeden Tag um zwölf und sage: Jesus, hier ist Johannes.“

Eines Tages musste Johannes ins Krankenhaus. Ärzte und Schwestern stellten bald fest, dass er auf die anderen Patienten einen heilsamen Einfluss hatte. Die Nörgler nörgelten weniger, und die Traurigen konnten auch mal lachen.

Sprecher:

„Johannes“, sagten sie, „du bist immer so gelassen und heiter.“ „Ach“, winkte Johannes ab, „dafür kann ich nichts. Das kommt durch meinen Besucher.“ Doch niemand hatte bei ihm je Besucher gesehen. Er hatte keine Verwandten und auch keine engeren Freunde. „Dein Besucher“, fragte eine Schwester, „wann kommt der denn?“ „Jeden Mittag um zwölf. Er tritt ein, steht am Fußende meines Bettes und sagt: Johannes, hier ist Jesus.“»

Was der alte Mann lange Jahre hindurch eingeübt hat, trägt ihn auch in der Zeit der Krankheit. Es gehörte zu seinem Leben, mittags vor Jesus einfach da zu sein, mehr nicht, aber das ganz konsequent. Und als er es nicht konnte, tat Jesus es für ihn.

Kommen Sie gut in diese Woche, Ihre Sr. Ancilla Röttger aus Münster. Typisch! *Kleine Geschichten für andere Zeiten, Hamburg 2005, S. 18.

Copyright Vorschaubild: Public Domain Pixabay

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