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Kirche in WDR 4 | 03.07.2017 | 08:55 Uhr

Zufrieden - unser täglich Brot

Guten Morgen!

„Brot ist der Tod“ - schnaubt meine Freundin Sarah. Wir laufen gerade an einer Bäckerei vorbei. Duft von Brot und Kuchen steigt uns in die Nase. Sarah hat ihr Abnehmprogramm mal wieder aufgenommen und quält sich seit einigen Tagen durch die vielen Regeln ihrer Diät. Kohlehydrate wie Brot sind da ganz klar verboten.

Ich fühle mit ihr und schaue verstohlen auch auf mein Hüftgold. Auf alles zu verzichten, was ich so gern mag, das widerstrebt mir. Aber den Wunsch abzunehmen, den kann ich gut verstehen. Gerade jetzt, wo der Sommerurlaub naht. Es ist ja nicht nur der böse Schönheitswahn, der einen zum Abnehmen treibt. Es geht um mehr. Um Anerkennung. Liebe vielleicht auch.

Und so murmele ich, während wir die Bäckerei hinter uns lassen:

„Tja, der Mensch lebt nicht vom Brot allein…“ (Matthäus 4,4)

„Was meinst Du?“ fragt Sarah skeptisch. Ich erzähle: „Als Jesus in der Wüste saß und fastete und er riesigen Hunger hatte, da wollte ihn der Teufel verführen - so wie dich die Bäckerei gerade. Jedenfalls sagte der Teufel zu Jesus:

`Bist Du Gottes Sohn, so sprich, dass diese Steine Brot werden`.“ (Matthäus 4,3)

„Ach, Jesus wollte auch abnehmen?“, fragt Sarah lachend.

„Nee, abnehmen wollte er nicht. Das hatte religiöse Gründe, dass er gefastet hat.“

„Und wie hielt er der Versuchung stand?“, will Sarah wissen. Und ahnt schon, dass Jesus dem Teufel die Stirn bieten wird.

„Jesu Antwort auf die Versuchung war eben: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.“

„Sondern?“, fragt Sarah jetzt doch recht interessiert.

„Sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht.“

„Mhhh, also von Nahrung für die Seele!“ schlussfolgert Sarah.

„Ja, genau. An einer anderen Stelle in der Bibel spricht Jesus sogar davon, dass er selbst das Brot des Lebens ist. Und dass alle, die davon essen, nie wieder hungern werden.“ (Johannes 6, 35)

„Hört sich gut an! Immer satt, nie wieder Hunger.“ Aus Sarahs Magengegend kommen Knurrgeräusche, als ob sie sich in unser Gespräch einmischen wollten.

„Das klingt nach einem zufriedenen Leben.“ Sarah atmet tief durch.

„So ist es auch gemeint, glaub ich. Martin Luther hat mal gesagt: Im “Vater Unser” gibt es die Bitte `Unser tägliches Brot gibt uns heute`. Und darin ist eigentlich alles gemeint, was nötig ist für Leib und Leben: Essen, Trinken, Kleider, Schuh (e), Haus, Hof, Acker, Vieh, Geld, Gut, fromme Eheleute, fromme Kinder, fromme Gehilfen, … gute Regierung, gut Wetter, Friede, Gesundheit, … gute Freunde, getreue Nachbarn und so weiter… .“

„Ok ok…Hat er auch was von sich wohlfühlen in seinem Körper gesagt?“ fragt Sarah.

„Mag für Luther nicht so wichtig gewesen sein“, sage ich schmunzelnd.

„Aber wenn das für Dich wichtig ist, dann kannst Du Gott aber sicher auch darum bitten.“

„Du meinst ich kann Gott bitten, dass ich abnehme?“ fragt sie misstrauisch.

„Ich glaube, Du kannst Gott bitten, dass Du dich selbst lieben kannst und dass Du Zufriedenheit bekommst für Dich und Dein Leben.“

„Du willst mir doch jetzt wohl nicht sagen, dass DU immer zufrieden bist in Deinem Leben!“ Sarah lacht sich krumm.

„Nee“, sag ich, „deshalb heißt es auch: Unser täglich Brot gib uns HEUTE.

Ich kann jeden Tag neu darum bitten.“

Dass Sie ein Stück Zufriedenheit in Ihrem Leben gewinnen, heute, das wünscht Ihnen

Anne Wellmann, Pfarrerin in Köln.

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