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Kirche in WDR 5 | 30.09.2015 | 06:55 Uhr

Zuversicht

Guten Morgen!

Eigentlich fragte ich sie nur: „Wie war es im Urlaub?“ Ich wusste, dass die Frau für einige Wochen in ihre alte Heimat Kamerun gereist war. Sie erzählte: „Ich habe während meines Urlaubs vier Kinder adoptiert. Die leben nun hier in Deutschland mit mir, meinem Mann und unseren beiden eigenen Kindern.“ Ich dachte, ich hätte es nicht richtig verstanden. „Vier Kinder adoptiert?“ Sie erzählte das so, als sei es das Selbstverständlichste der Welt. Nach vier Jahren Bemühungen und zähem Kampf mit einer länderübergreifenden Bürokratie war es ihr endlich gelungen, vier ihr sehr vertraute Kinder zu adoptieren. Es waren elternlose und unversorgte und inzwischen schon jugendliche Kinder aus ihrem Freundeskreis. Sie fühlt sich seit langem schon für diese Kinder verantwortlich und tut, was ihr das Herz sagt. Sie holte die Kinder zu sich und ihrer Familie nach Deutschland.

Ich sagte nicht viel, genau genommen gar nichts. Aber ich dachte nach. Ihre Familie verdoppelte sich von einem auf den anderen Tag. Welch eine Verantwortung! Welch eine Herausforderung für sie und ihren Mann, die beide berufstätig sind. Die beiden haben nun für vier weitere Kinder zu sorgen, sie zu verpflegen, zu kleiden, sie zu begleiten und zu unterstützen. Ist das zu schaffen?

Ich erinnerte mich daran, wie es war, als wir unser erstes Kind bekamen. Wir haben uns darauf sehr gefreut, aber wir spürten auch die Verantwortung. Vorher, ohne Kind, jung, mit Festanstellungen im Beruf, da waren wir uns sicher: Egal was kommen mag, jeder kann notfalls für sich selbst sorgen. Um die Frage, ob wir eine Lebensversicherung brauchen könnten, hatten wir uns als kinderloses Paar keine Gedanken gemacht. Aber wenn man dann Verantwortung übernimmt für ein Kind, dann ist das schon eine ganz andere Situation. Man spürt, andere Menschen, meine Familie und insbesondere die Kinder hängen in vielem von mir und meiner Fürsorge ab. Ich bin verantwortlich. Und ab und an fragte ich mich damals schon: Schaffen wir das?

Und sie, die katholische Christin aus Kamerun, übernimmt für vier weitere Kinder Verantwortung. Selbstverständlich und gelassen. Nicht leichtfertig, aber mit großer Zuversicht: „Wir schaffen das!“ Wer das sagt, packt hoffnungsvoll an, wo es nötig ist. Wer das sagt, sieht zuerst die Chancen. Wer das sagt, verändert die Welt. „Wir schaffen das!“

Von dieser Frau und ihrem Tun habe ich viel gelernt. Rechnen, planen und vorsorgen ist das eine. Es ist nötig, kommt aber immer wieder auch an Grenzen. Zuversicht, Vertrauen auf Gottes Begleitung, ein Gottvertrauen, aus dem ein Grundvertrauen zum Leben wächst, ist das andere. „Wir schaffen das!“

„Denn du bist meine Zuversicht, HERR, mein Gott, meine Hoffnung...“ – heißt es in einem alten Gebet der Bibel (Psalm 71,5). Ja, Gott ist mit allen, die etwas Mutiges wagen. Die Frau aus Kamerun vertraut Gottes hilfreicher Nähe. Sie hat ein unerschütterliches Zutrauen zum Leben. Das macht mutig – das macht menschenfreundlich. Und so verändert sich die Welt.

Zuversicht und getroste Hoffnung wünscht Ihnen für die vor Ihnen liegenden Wege Manfred Rekowski, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland.

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