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Sonntagskirche | 07.12.2014 | 08:55 Uhr

Zweiter Adventssonntag

Musik:

Wir sagen euch an den lieben Advent. Sehet die zweite Kerze brennt! Wir sagen euch an eine heilige Zeit …

Guten Morgen!

Sehet die zweite Kerze.

Ein echter Geniestreich war das, was Johann Hinrich Wichern Mitte des 19. Jahrhunderts anfertigte: den ersten Adventskranz. Länger ist das noch nicht her.

Der Theologe und begabte Erzieher Wichern hatte vor den Toren Hamburgs ein Haus für Kinder und Jugendliche eingerichtet, die es mit sich und ihrem Leben nicht leicht hatten. Deswegen versorgte und betreute er sie in Familienähnlichen Gruppen auf einem alten Bauernhof, dem sogenannten „Rauhen Haus“.

Weil die Kinder den ganzen Dezember hindurch immer wieder fragten, wann denn endlich Weihnachten sei, hatte Wichern diese pfiffige Idee: Er legte ein altes Wagenrad in die Mitte und steckte ringsum Kerzen darauf: 20 weiße für die Wochentage und dazwischen vier dicke rote für die Sonntage – macht insgesamt 24 Adventstage bis Weihnachten. Jeden Abend versammelten sich die Kinder um den Kranz und jeden Abend wurde eine Kerze mehr angezündet. Abend für Abend zog der Duft von Bienenwachs durch die Stube. Und von Abend zu Abend wurde es ein klein wenig heller im Raum. Das Ende war vom ersten Abend an in Sicht: Wenn alle Kerzen brennen würden, dann ist Weihnachten.

So eine Inszenierung nennen wir heute ganzheitliches Lernen, Lernen durch Sinneserfahrungen. Und längst ist wissenschaftlich nachgewiesen, wie wichtig Impulse dieser Art für die Hirn- und auch die Herzensbildung sind.

Der Adventskranz mit seinem allmählich wachsenden Licht ist ein Beispiel unter vielen. Es gibt ein ganzes Konzert sinnlicher Erfahrungsangebote, alle Jahre wieder.

Und die gehen regelrecht über den Gaumen und durch den Magen: Mit Spekulatius, Marzipankartoffeln und Zimtsternen! Und „Kling Glöckchen“ und „Jingle Bells“ treffen mein Ohr und Herz. Kerzen-, Tannen-, Plätzchenduft liegen in der Luft. Was geht mir in diesen Wochen vor Weihnachten nicht alles unter die Haut…?

Das gibt es kein zweites Mal im Jahr: Keine Jahreszeit wird so fantasievoll, eifrig und nahezu flächendeckend gestaltet, wie die Zeit vor Weihnachten. Ich kenne kaum jemanden, der sich dem entziehen kann. Als Referentin für Kindergärten im Bistum Essen weiß ich, wovon ich rede: Es wird geschmückt, gebastelt, gebacken und heimlich getan. Geschenke werden ausgesucht und gut versteckt. Eine ganz besondere Stimmung macht sich breit – berührt oder packt fast jede und jeden.

Für mich bringt es Hanns Dieter Hüsch auf den Punkt. In seinem Dezember-Psalm beschreibt er sein Gefühl und seine Erwartung, seine Sehnsucht und seine Hoffnung:

„Mit fester Freude lauf ich durch die Gegend, mal durch die Stadt, mal meinen Fluss entlang. Jesus kommt, der Freund der Kinder und der Tiere. Ich gehe völlig anders, ich grüße freundlich, möchte alle Welt berühren. Mach dich fein! Jesus kommt. Schmück dein Gesicht, schmück dein Haus und deinen Garten. Mein Herz schlägt ungemein, macht Sprünge. Mein Auge lacht und färbt sich voll mit Glück: Jesus kommt. Alles wird gut.“

Ihnen allen einen gesegneten zweiten Adventssonntag!

Sabine Lethen, Essen

*Hanns-Dieter Hüsch, Ich stehe unter Gottes Schutz. Psalmen für alle Tage, tvd-Verlag, Düsseldorf 2006: Dezember-Psalm

Copyright Vorschaubild: Haral Hoyer CCBY-SA 2.0 flickr

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