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Sonntagskirche | 28.12.2014 | 08:55 Uhr

Zwischen den Jahren

Zwischen den Jahren nennen viele die Zeit zwischen Weihnachten und dem neuen Jahr. Schon als Kind habe ich diese Zeit geliebt. Sie war irgendwie anders als andere Zeiten. Der Glanz der Christbaumkerzen verwandelte das Haus und verbreitete so etwas wie Ewigkeit. Die Eltern und Großeltern hatten Zeit, mit uns zu spielen. So manche Arbeit lag einfach brach, wie zum Beispiel das Wäschewaschen und wurde erst im neuen Jahr wieder getan. Ruhiger war es, nicht so vollgestopft. Abgesehen davon, dass man vielleicht das eine oder andere Geschenk umtauschen musste, das nicht so passend war.

Dieses Gefühl von damals habe ich immer noch in dieser Zeit. Nichts muss erreicht und erarbeitet werden, was zählt ist das Hier und Jetzt. Es ist, als tickten die Uhren ein wenig anders.

Weihnachten liegt hinter uns und beseelt vielleicht noch unsere Gedanken. Das alte Jahr ist noch nicht ganz abgeschlossen, das neue kommt so langsam erst in den Blick. Es ist eine Zwischenzeit. Eine Auszeit. Stillstand. Innehalten. Wir können einen Moment durchatmen. Was zu anderen Zeiten wie Verschwendung klingt, das darf jetzt sein, weil diese Zeitspanne irgendwie aus der Zeit fällt. Historisch war das wirklich so. In der Antike hatte der Sonnenkalender 12 Tage mehr als der Mondkalender. Und auch später gab es bei der Einführung anderer Kalender immer Ungenauigkeiten. Das einzige, was feststand, waren das Weihnachtsfest am 25. Dezember und der Dreikönigstag am 6. Januar. Das mit dem Kalender hat sich inzwischen geklärt, geblieben sind aber die Tage, die wir „zwischen den Jahren“ nennen.

Viele haben das Glück, sich ein paar freie Tage gönnen zu können. Und sie nutzen sie zum Lesen und für Besuche oder einfach zum Nachdenken über das, was war und das, was kommen wird.

Ich habe mir in den letzten Jahren angewöhnt, mir in dieser Zeit meinen neuen Kalender vorzunehmen. Ich blättere den alten noch einmal durch, übertrage Geburtstage in den neuen und erinnere mich dabei an so manchen Moment, der im letzten Jahr gewesen ist. Die Geburtstagsparty im Garten, Fußballweltmeister geworden, alte Freunde wieder getroffen und viel erzählt, der Urlaub an der Nordsee – ich kann das Meer sogar noch immer riechen. So manches ist gelungen, anderes war schmerzvoll und hat meine ganze Kraft gefordert. Erfüllte Zeit, aber auch verlorene Zeit und verpasste Chancen. Manches hat mich reicher gemacht, anderes hätte ich mir schenken können.

Im kommenden Jahr wartet Neues auf mich. Ich bin oft sehr erstaunt, wie viele Termine sich da schon angesammelt haben und fest stehen. Und jedes Mal hoffe ich und wünsche mir, dass mir Freiräume bleiben, Zwischenzeiten, in denen ich, so wie jetzt, einfach durchatmen kann.

Alles hat seine Zeit, steht in der Bibel. Reden und schweigen, pflanzen und ernten, geboren werden und sterben, tanzen und trauern, bauen und niederreißen. Und alle Zeit steht in Gottes Hand.

Das habe ich oft im vergangenen Jahr gespürt und ich nehme daraus einen Vorrat an Gottvertrauen mit auf den Weg, der vor mir liegt und lege ihn in Gottes Hand. So wie es in einem Lied heißt:

Sprecher:

Der du die Zeit in Händen hast,

Herr, nimm auch dieses Jahres Last

und wandle sie in Segen.

Nun (1) von dir selbst in Jesus Christ

die Mitte fest gewiesen ist,

führ uns dem Ziel entgegen.

Der du allein der Ewge heißt

und Anfang, Ziel und Mitte weißt

im Fluge unsrer Zeiten:

bleib du uns gnädig zugewandt

und führe uns an deiner Hand,

damit wir sicher schreiten.*

Eine gute Zeit zwischen den Jahren und Gottes Begleitung heute, morgen und jeden Tag wünscht Ihnen Ihre Pfarrerin Annette Krüger aus Witten.

* Jochen Klepper EG 64, Strophe 1 und 6

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