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Kirche in WDR 2 | 22.10. 2018 | 05:55 Uhr

Wer aufgibt, ist tot

Paul Lohmann ist tot. Jedenfalls so gut wie. „Hirntot“ hat die Ärztin gesagt. Seine Frau und seine Tochter stehen vor dem Bett und wissen gar nicht, was sie machen sollen. Und Paul Lohmann steht neben ihnen. Er sieht (sich selber zu), wie er in seinem Bett liegt, mit den ganzen Schnüren und Apparaturen, die verhindern, dass er endgültig stirbt.

Schon vorher hatte er alles gesehen, von außen, wie in einem Film: Den Unfall im Tunnel. wegen überhöhter Geschwindigkeit. Wie er auf der Straße lag, blutüberströmt. Wie die Notärzte kamen und die ersten Maßnahmen ergriffen. Gleichzeitig war er aber unsichtbar für die Menschen um ihn herum.

Nur eine gibt es, die ihn offenbar noch sieht, sogar mit ihm spricht. Das ist die junge Anhalterin, die er kurz vor dem Unfall mitgenommen hat. Angie heißt sie und macht einen etwas ausgeflippten Eindruck. Noch ungewöhnlicher als ihr Äußeres ist allerdings das, was Angie ihm nun eröffnet. Denn: Sie sei nur bei ihm eingestiegen, damit sie ihn nach dem Unfall aus dieser Welt heraus begleiten könne. Hin zum Licht am Ende des Tunnels. In das Leben nach dem Tod.

Aber Paul Lohmann will überhaupt nicht sterben. Weil er auf einmal merkt, was in seinem Leben schief gelaufen ist. Seine Frau und er haben sich völlig auseinandergelebt. Seiner Tochter hasst ihr Leben, ihren Körper und ihn - möglicherweise auch in umgekehrter Reihenfolge. Ihn, den Körper und das Leben.

Nein, mit diesem desaströsen Resumée darf sein Leben nicht enden. Getreu seinem Wahlspruch: „Wer aufgibt, ist tot.“ Und tot ist er ja noch nicht.

„Wer aufgibt, ist tot“ - so lautet auch der Film über Paul Lohmann, der vor einiger Zeit im Fernsehen lief. Und tatsächlich, so lange die Mediziner seine Lebensfunktionen stabilisieren können, hat der Mann noch eine Chance. Kann sich Paul Lohmann nämlich völlig frei in Raum und Zeit bewegen. Also auch in die Vergangenheit reisen. Und die kann er nun so verändern, dass seine Frau und seine Tochter leichter damit leben können.

Deshalb versetzt er sich zurück, in die Zeit vor seinem Unfall. Allerdings ist es gar nicht so leicht, die Vergangenheit zum Guten hin zu verändern. Es braucht eine Menge Anläufe, bis schließlich so etwas wie ein hoffnungsvolles Happy-End herauskommt.

Dieses Happy-End besteht zum einen darin, dass Paul Lohmann am Ende vielleicht doch noch eine Überlebenschance hat. Was mir auch gut gefallen hat, der Film glaubt an ein Leben nach dem Tod. An ein Leben, in dem wir diejenigen wiedersehen, die vor uns gestorben sind. Und der Film macht deutlich, dass wir unser jetziges Leben ändern können. Dass es sich lohnt, sich in unsere Nächsten und Liebsten hinein zu versetzen. Zu gucken, wie es ihnen geht, sie zu fragen, was sie brauchen. Dadurch können wir zwar nicht alles, aber zumindest manches ändern und wieder in Ordnung bringen.

Und das Gute ist: Damit müssen wir nicht erst bis zum Ende unseres Lebens warten. Wir sollten damit rechtzeitig anfangen. Am besten sofort.

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