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Kirche in WDR 2 | 23.10.2020 | 05:55 Uhr

1,29 Euro Stundenlohn – ist das gerecht?

Sie müssen arbeiten. So will es das Gesetz. Acht Stunden am Tag. Es gibt zwei Möglichkeiten: im Hausdienst oder in der Produktion. Aber immer hinter Gittern.

Putzen, kochen, waschen oder eben produzieren. Alles, was die Firmen so ordern.

Wer was im Gefängnis produzieren lässt, will nicht darüber reden. Über 80 Firmen tun es, unter anderem BMW, Edding, Miele und Volkswagen. Ob sie schlecht zahlen, keine Ahnung. Zumindest kommt bei den Gefangenen nicht viel an. Gerade mal 1,29 verdienen sie pro Stunde.

 

Ich unterrichte in einer Gesamtschule. Einer aus der 9. Klasse sagt: „Die können doch froh sein, dass sie überhaupt Geld bekommen“. Ein anderer sagt: „Das ist ungerecht. Mindestlohn für alle – das wäre ok.“ Eine aus der 10. sagt: „Das hätten sie sich vorher überlegen können. Vor der Straftat.“

 

Interessant, denke ich. Die Stimme des Volkes. Deshalb hat sich vielleicht immer noch nichts geändert. Seit acht Jahren wird diese Frage diskutiert. Sollen auch Gefangene den Mindestlohn bekommen?

Die Wohlfahrtsverbände der Kirchen setzen sich dafür ein. Denn im Gesetz steht:

Gefängnisaufenthalte bezwecken die Resozialisierung. Und das heißt übersetzt so viel wie: Die Wiedereingliederung in die Gesellschaft. Damit dies gelingt, ist das Leben in Gefangenschaft dem Leben in Freiheit möglichst weit anzugleichen. Das Ganze nennt sich Angleichungsgrundsatz. Ein verdammt hoher Anspruch. Angemessen aber für einen Staat, der nicht auf Rache setzt, sondern auf Rechtsausgleich, sprich auf Haft und Resozialisierung. Und die beginnt bereits hinter Gittern.

 

Was für mich zwingend dazu gehört, dass die Arbeit der Inhaftierten angemessen entlohnt wird. Denn: Wenn sie Geld verdienen, können sie ihren Familien Geld schicken,

sich nach der Entlassung eine Wohnung suchen. Wer aber mit wenig Geld aus der Haft entlassen wird, fährt meist schnell wieder ein. Und das kostet den Staat dann richtig Geld.

 

Übrigens die Zehntklässler sagen immerhin: Jeder Mensch kann beides sein. Gut und Böse. Und ich sage: Jeder Mensch hat eine zweite Chance verdient. Damit das auch klappt – mit der Wiedereingliederung nach der Entlassung, sollte man den Mindestlohn zahlen. Jeder der Geld verdient, weiß: Das macht was mit dem Selbstwert. Und ein hoher Selbstwert ist wichtig, um zu überleben. Psychisch. Egal wo.

 

Quelle:

Arbeitslohn für Strafgefangene- Resozialisierung oder ungerecht niedrig?

www.deutschlandfunk.de, zuletzt aufgerufen am 19.08.20

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