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Kirche in WDR 4 | 02.12.2019 | 08:55 Uhr

Adventskalender

Guten Morgen.

„Stille und Advent gehen überhaupt nicht zusammen.“, sagt die Schriftstellerin Zsuzsa Bank. „Stille und Advent sind als Widersprüche in sich angelegt, Stille und Advent fallen weit auseinander, ach was, schon beim Denken stechen sie sich aus, sie wollen sich einfach nicht zusammen denken lassen.“ (1)
Wie schade, denke ich. Zur Ruhe kommen, eine gewisse Besinnlichkeit verbinde ich doch mit dem Advent, den ich so liebe. Wenn die Städte in Licht getaucht sind, zu Hause die Kerzen am Adventskranz angezündet werden. Wenn der Duft von Zimt und Bratapfel mir in die Nase steigt und wir gebrannte Mandeln knabbern. Alles ist geschmückt, glitzert und strahlt. Ja, ich liebe diese Zeit. Und gleichzeitig hasse ich die Hektik, die sich in ihr ausbreitet und die schönen Momente zu ersticken droht. Die Tage im Dezember sind voll wie nie: In kaum einem Monat haben die meisten so viele To-Do´s auf der Agenda wie jetzt. Weihnachtsfeiern, Basare, Jahresabschluss, Geschenke besorgen, Karten schreiben, an alles denken. Paketboten im Dauerstress. Überall Gehetze, Geschiebe, Gedränge. Die Parkhäuser in den Innenstädten überfüllt, man braucht Geduld und hat sie nicht.

Ist das so? Dass es stille Zeit im Advent nicht gibt?

Dabei sehne ich mich nach dem Moment, der anders ist, der mich mitnimmt in den Zauber, den die Adventszeit verspricht. Ich sehne mich nach Momenten der Ruhe, nach kleinen Oasen, die mir guttun.

Seit ein paar Jahren gibt es in meinem Stadtteil einen besonderen Adventskalender, den lebendigen Adventskalender. Jeden Abend vom 1. bis zum 23. Dezember laden Familien, Hausgemeinschaften oder Vereine zu einem kleinen Beisammensein ein. Man trifft sich vor der Haustür, unter einem Carport oder im Garten. Manchmal steht man um eine Feuerschale herum. Die Gastgeber haben alles liebevoll vorbereitet. Wir singen Adventslieder, eine liest eine Geschichte oder ein Gedicht vor: 

Der Stall
ist mein Herz
manchmal geschieht
ein Wunder darin
und
aus dem Schnee
wächst ein Stern
in den Himmel (2)

Dieses Gedicht hat mich sehr berührt. Für einen Moment tauche ich ein in die Ruhe, die ich mir wünsche. Danach gibt es Glühwein oder Punsch, Schmalzbrote und Spritzgebäck, manchmal sogar Grünkohl oder Wintergrillen. Jeder ist willkommen: Nachbarn, Freunde und Menschen, die ich bis dahin gar nicht kannte. Wir reden miteinander, lachen und essen und haben Zeit. Das tut gut. Ich gehe ganz beseelt nach Hause. Geht also doch zusammen – Stille und Advent. Die äußere und innere Ruhe. Manchmal zumindest, so ab und an.

Und dann spüre ich für einen Augenblick das Wunder, das geschehen will. Gott kommt. 

Eine schöne Adventszeit wünscht Ihnen Pfarrerin Annette Krüger aus Witten.

 

(1) Quellenangabe: Der 25. Andere Advent, Hg. Andere Zeiten e.V., Initiativen im Kirchenjahr, Fischers Allee 18, 22763 Hamburg, 3.12., Zsuzsa Bank: Stille Zeit aus: Dies. Weihnachtshaus ©edition chrismon in der Evangelischen Verlagsanstalt GmbH, Leipzig 2018.

(2) Eva Maria Leiber, in: Gesegnete Weihnacht, Verlag am Eschbach der Schwabenverlag AG, 4. Umschlagseite

 

Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

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