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Kirche in WDR 4 | 18.08.2021 | 08:55 Uhr

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Afghanistan

Die Menschen hängen sich an die Gangways, um in ein Flugzeug hineinzukommen. Das ist keine Szene aus einem Action-Film, das ist die Realität am Kabuler Flughafen Anfang dieser Woche. Die Zustände sind chaotisch, heißt es im Fernsehen. Die Taliban haben den Regierungspalast eingenommen – „friedlich“, heißt es von der Spitze der Gruppe. Die Bilder dazu: Stumme Männer mit Maschinengewehren. Friedlich ist was anderes.

Was wird jetzt mit den Frauen und Mädchen in Afghanistan? Was wird aus all den Menschen, die in den letzten 20 Jahren Hoffnung geschöpft haben?

Ich habe im Studium viel zum Islam gemacht, eine Zeitlang sogar in der Türkei studiert. Später war ich für das Bistum Münster Referentin für den christlich-muslimischen Dialog. Dank dieser Erfahrung kenne ich viele wundervolle Muslimas und Muslime, die ihre Religion intensiv und total unterschiedlich leben.

Bei den Taliban aber fehlen uns allen die Worte. Die Taliban stehen für Gewalt und Islamismus, in krassester Weise. Die Afghaninnen und Afghanen haben Jahrzehnte unter ihnen gelitten, keine der Besatzungen hat dafür gesorgt, dass das Land sich von Taliban und Korruption wirklich befreien kann. Das Land und sein Friede waren immer zerbrechlich.

Und die Menschen in Afghanistan wissen, was Leben unter den Taliban bedeutet. Sie haben Angst und ich fürchte mich mit ihnen. Davor, dass freies Denken bestraft, Schulen geschlossen, Menschen verfolgt, gefoltert und ermordet werden.

Die Taliban treten nicht nur die Menschenrechte mit den Füßen. Sie tun das auch mit dem Islam. Verraten wichtige Prinzipien dieser Religion, die ich sehr schätze.

Ich fühle mich hilflos, wenn ich auf Afghanistan schaue, auf die Frauen, die Mädchen, auf all diejenigen, die sich für ihr Land gewünscht haben, dass es die Veränderung schafft. Ich hoffe, dass Gott ihr Leid mitträgt.

Und ich bin wütend über jeden Politiker, jede Politikerin, die jetzt in Deutschland Angst vor Flüchtlingen schüren. Das ist einfach widerlich. Auf dem Rücken verzweifelter Menschen Politik zu machen.

Jede Religion, auch das Christentum, kennt Gastfreundschaft, Fürsorge und Solidarität. Im Neuen Testament ist das mit dem Satz zusammengefasst: „Ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen.“

Und ja, ich weiß auch nicht, wie sich ein Land wie Afghanistan langfristig stabilisieren lässt. Ja, ich weiß, dass Deutschland nicht alle Flüchtenden aufnehmen kann. Ja, ich weiß, dass Integration und Zusammenleben schwierig sein können.

Aber es ist für mich unvorstellbar, mich Christin zu nennen, und gleichzeitig für eine Abschottungspolitik einzutreten. Unvorstellbar.

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