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Kirche in WDR 4 | 16.03.2020 | 08:55 Uhr

Alles anders – aber bitte mitmenschlich

Heute ist wieder Montag, und seit diesem Wochenende ist alles anders. Tja – und daher spricht heute nicht Peter Otten zu ihnen.

Spätestens seit Freitag verläuft alles anders als geplant. Ich bin pausenlos im Netz unterwegs, informiere mich über die neuesten Entwicklungen. Und in den sozialen Netzwerken sehe ich beides zugleich: Die Abgründe der Mitmenschlichkeit – vielleicht haben auch Sie die australische Prügelei um Toilettenpapier gesehen. Und gleichzeitig bin ich gerührt, was doch gerade alles Grandioses geht: Die Messdiener in Rhede beispielsweise, die richten einen Einkaufsservice für Alleinstehende ein. Und nicht nur die machen das. Gerade wachsen ganz viele Initiativen, die zeigen: Es sind mehr, die auch an andere denken, als nur an sich.

Und dazu gehört, dass wir uns jetzt daran halten, was die Wissenschaftler empfehlen und die Politiker beschlossen haben: Abstand halten wo es geht – vor allem für die Alten und Schwachen in der Gesellschaft.

Für viele Eltern bedeutet das gerade: echte Organisationsleistungen. Manchmal sogar Not. Für Ärzte, Pflegekräfte heißt das: der vielleicht letzte Moment relativer Ruhe vor dem großen Sturm. Für viele Künstler, Gastronomen und Selbstständige geht das alles an die finanzielle Substanz.

Für mich persönlich war das gestern schon ein Einschnitt, dass ich nicht in eine Kirche gehen konnte zum Gottesdienst. Und nachdem ich die Nacht auf Sonntag schlecht geschlafen hatte, stand ich früh morgens am Balkon meiner Wohnung in Köln-Weidenpesch. Und gerade hatten die Vögel angefangen mit ihrem Morgenkonzert.

Mir ist in den Kopf geschossen: „Seht die Vögel des Himmels“. Und ich bin reingehastet, um meine Bibel hervorzukramen. Die Worte sind von Jesus aus seiner berühmten Bergpredigt. Und ich habe weiter gelesen: „Die Vögel sammeln keine Vorräte in Scheunen. Euer himmlischer Vater ernährt sie. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie? Wer von Euch kann mit all seiner Sorge sein Leben auch nur um eine kleine Zeitspanne verlängern?“ (Mt 6,26f)

Und als ich das gelesen hatte, fand ich das einerseits gut. Denn ich dachte mir: Ja – es ist jetzt keine Zeit für Panik. Wenn irgendwann ein Quäntchen Gottvertrauen wichtig ist, dann jetzt. Andererseits fand ich: Jetzt ist aber auch die Zeit für eine richtig verstandene Sorge. Selbst Vögel legen sich nämlich Vorräte an – die meisten jedenfalls. Was Menschen im besten Falle ausmacht: Sie sorgen nicht nur für sich, sondern auch für andere. Das jedenfalls ist das, was ich von der Botschaft von Jesus verstanden habe und was gerade zählt: Sorgen Sie gerade gut für sich und richtig für die anderen.

Bieten Sie Hilfe an für die, die gerade einsam sind, überlastet und in echter Angst.

Durch den Virus ist alles anders. Wir leben isolierter. Aber: Wir hoffen das Beste. Wir sollten den Profis aus der Wissenschaft und Politik vertrauen. Und wir sollten zeigen, dass jede und jeder von uns ein Profi sein kann in Sachen Mitmenschlichkeit.

Danke an alle, die gerade für andere Sorgen! Kommen Sie gut durch diese Woche und: gehen Sie, wenns passt, mal am Morgen ans Fenster und hören Sie den Vögeln des Himmels zu – das tut echt gut. Das kann ich Ihnen sagen!

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