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Kirche in WDR 2 | 13.05.2019 | 05:55 Uhr

Der alte Mann und die Krähe

Heute ist wieder Montag, und weil heute Montag ist, ist das Wochenende leider auch schon wieder vorbei.

Tja.

Am Sonntag habe ich einen berührenden kleinen Film im Internet gefunden. Ein alter Herr mit einem gelben Strohhut und einer braunen Schürze hockt in einem Park. Vor ihm eine Holzkiste. Eine schwarze Krähe klettert heraus, springt umher, pickt ein paar Zigarettenkippen auf, trägt sie im Schnabel zu der Kiste und legt sie hinein. Der Herr ist Christophe Gaborit, ein französischer Falkner. Die Krähe eine aus seinem Krähenschwarm. Garborit hat ihnen beigebracht, in den Park zu fliegen und Abfall aufzusammeln, vor allem kleine Dinge. Kaugummis, Papierchen, kleine Staniolfetzen, Plastikteile und jede Menge Zigarettenstummel. Ein junger Mann mit seinem Sohn beobachtet die Szene. „Das gibt zu denken“ sagt er, „dass eine Krähe hinter uns her putzen muss. Da fragt man sich doch: Sind wir wirklich die Spezies, die sich höher als die Tiere einstufen darf?“ Umschnitt. Wieder eine Krähe. Sie springt herum und pickt. Gaborit beobachtet sie aufmerksam.

Berührend finde ich den alten Herrn. Berührend ist sein Umgang mit den Krähen, die im Allgemeinen nicht sonderlich beliebt sind. Berührend ist seine liebevolle Geduld mit den Tieren. Berührend auch sein schöpferischer Umgang mit der Achtlosigkeit von Menschen, die ja auch meine eigene Achtlosigkeit ist. Du spürst beim Gucken die Verbindung zwischen dem Mann und seinen Tieren. Du spürst die Ruhe, das Vertrauen, die Zuneigung. Echt schön. Beeindruckend.

Mir ist der alte Mann, der Falkner im Film sehr nahe. Denn: Ich habe ja selbst zwar keinen Vogel, aber einen Hund, und ich bin total beeindruckt, wie das Vertrauen zwischen mir und Greta wächst, wie sie auf mich achtet, weil auch ich sie nicht aus den Augen lasse, wenn wir spazieren gehen. Wir achten aufeinander und sorgen füreinander, das ist das Geheimnis. Und das zu spüren macht glücklich.

Ich muss an einen Psalm aus der Bibel denken, als ich den Film sehe. „Lobt den Herrn von der Erde her: ihr Ungeheuer des Meeres und alle Tiefen, (…) ihr Tiere alle, wilde und zahme, ihr Kriechtiere und ihr gefiederten Vögel, ihr Könige der Erde und alle Völker, ihr Fürsten und alle Richter der Erde, ihr jungen Männer und auch ihr jungen Frauen, ihr Alten mit den Jungen! Loben sollen sie den Namen des Herrn, denn sein Name allein ist erhaben, seine Hoheit strahlt über Erde und Himmel.“

Das heißt doch: Menschen, junge und alte, Könige und Normalos, aber auch Tiere, Kriechtiere und Vögel loben den Herrn. Das bedeutet: Wenn du etwas über Gott erfahren willst, wie er wirkt und was er macht - dann schau auf Menschen wie Christophe Garborit und seine Krähen. Da kannst du sehen, wie sie aufeinander und die Welt um sie herum achtgeben und dabei nebenbei viel über Gott erzählen.

Meistens braucht es nicht mehr als ein paar Krähen, einen alten Mann, ein bisschen Aufmerksamkeit, Leidenschaft und Geduld. Und die Welt verwandelt sich und zeigt ihr schönes Gesicht. Auch an einem Montagmorgen.

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