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Kirche in WDR 2 | 16.07.2019 | 05:55 Uhr

An die Freude

Auf einem Weinberg in Dresden steht ein kleines Haus.

Es ist gelb angestrichen mit grünen Fensterläden.

Wilder Wein rankt sich an der Außenfassade entlang und ein Holzzaun trennt das Grundstück vom Rest des Weinberges.

Die Sonne bricht sich an diesem sommerlichen Herbsttag des Jahres 1785 durch die leicht schmutzigen Fenster des Hauses und kitzelt den jungen Mann, der dort am Schreibtisch sitzt, in der Nase.

Sein Federkiel kratzt ohne Tinte über das Papier. Er will schreiben, an seinen Freund, der es ihm erlaubt hat hier zu wohnen, weil man mit der Schriftstellerei nicht so viel verdienen kann.

Und so will der junge Mann von 26 Jahren ihm danken.

Der junge Mann, mit Namen Friedrich Schiller, taucht den Federkiel in das Tintenfass und hält inne.

Ein Tropfen Tinte fällt auf das Papier und bildet kleine Äderchen, als das Papier die Tinte gierig aufsaugt.

Schiller, der dem Tropfen zuerst zugesehen hatte, beginnt zu schreiben.

Eine Überschrift, ein Vers, aus dem fast 40 Jahre später die wohl berühmteste Hymne der Welt gemacht wurde.

Ein warmes Gefühl durchströmt ihn, als er sich den Titel des Werkes besieht: „Ode an die Freude“, so soll es heißen.

Mit der Freude haben es die Christen ja nicht so, höre ich.

Eines der hartnäckigsten Vorurteile, das sich bis heute hält. 

„Ihr betrauert euren Glauben“, „Was ist das für ein Gott, der ans Kreuz geht und stirbt. Hatte er etwa genug von euch?“

Puhhh… (seufz)… von solchen Sätzen wird mir immer ganz schwindelig.

Und ich denke: Moment mal – als Christinnen und Christen haben wir doch die schönste Botschaft auf der ganzen Welt und das seit fast

2000 Jahren.

Wir glauben daran, dass der Tod eben nicht das letzte Wort hat, sondern das Leben siegt.

Wir glauben daran, dass wir Gott eben nicht egal sind.

Gott hat nicht genug von uns, sondern ganz im Gegenteil.

Er weiß um unsere Fehler und Schwächen und schenkt uns trotzdem und weiterhin Momente der Freude.

Momente, in denen wir uns geborgen wissen. Momente, in denen die Gemeinschaft trägt. Momente der Hoffnung auf eine bessere Zukunft, an der wir mitarbeiten können. 

Da gibt es nichts zu betrauern, sondern zu jubeln, zu danken. Es sind Erlebnisse, in denen das Herz überquillt vor Freude, wir anfangen zu erzählen und so unsere ganz eigene Ode an die christliche Freude schreiben.

 

 

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