#
Aktuelles

Beiträge auf wdr4 

evangelisch

Sonntagskirche | 13.09.2020 | 08:55 Uhr

Es gibt Tage, da wünscht‘ ich, ich wär mein Hund

Guten Morgen!

„Es gibt Tage, da wünscht‘ ich, ich wär mein Hund.“ (1) In dieser außergewöhnlichen Zeit musste ich schon oft an dieses Lied von Reinhard Mey denken.

Denn unserem Golden Retriever, der - zumindest meistens - auf den Namen Itthai hört, ist Corona in jeglicher Hinsicht völlig schnuppe. Ihn irritiert höchstens, dass wir uns jetzt anders verhalten, wenn wir beim Gassigehen auf andere Menschen treffen.

Statt wie sonst die Nähe zu anderen Zweibeinern zu suchen, gehen wir jetzt auf eineinhalb Meter Abstand. Für unseren Vierbeiner völlig unverständlich. Vor allem weil er selbst gern ganz nah ran geht an die Zweibeiner und sich schwanzwedelnd streicheln lässt.

Dass er uns dabei mit dem angeordneten Mindestabstand in Schwierigkeiten bringt, stört ihn nicht weiter. Ihm kann Corona völlig schnuppe sein, zumal er sich ja nach bisherigem Kenntnisstand weder infizieren kann noch als Virenschleuder in Frage kommt. „Es gibt Tage, da wünscht‘ ich, ich wär mein Hund.“

Wenn wir uns den Mund-Nasen-Schutz anlegen, dann schaut Itthai uns mitleidig oder amüsiert an. Manchmal hält er dabei tatsächlich auch noch den Kopf schief. Erst nach links und dann nach rechts. Und ich frage mich, ob das seine Art ist, uns einen Vogel zu zeigen?

„Es gibt Tage, da wünscht‘ ich, ich wär mein Hund.“ Schließlich braucht Itthai keine Maske zu tragen. Bei ihm hätte das sowieso keinen Sinn. Wir haben das schon ein paar Mal versucht. Weil er ständig alles Mögliche vom Boden in sich hineinstopft, hatten wir ihm aus erzieherischen Gründen einen Maulkorb verpasst. Schließlich hat er einen äußerst sensiblen Magen. Mehr als einmal musste er seine Unart mit Durchfall und Erbrechen ausbaden. Geändert hat das aber leider nichts an seinem Verhalten. Nur wir haben die Maskenpflicht für Itthai abgeschafft.

Auch die Sache mit der Hygiene scheint ihn nicht wirklich zu interessieren. Die Pfoten hat er sich meines Wissens noch nie gewaschen. Dabei liebt er das Wasser. Aber noch mehr liebt er es, sich in Schlammlöchern zu suhlen. Alle Versuche, ihn anschließend mit dem Gartenschlauch oder in der Dusche abzuspritzen, um sein helles Fell wieder zum Vorschein zu bringen, haben wir mittlerweile aufgegeben. Zum einen sah unser Bad danach aus wie ein Schwimmbad und zum anderen fühlten wir uns anschließend selbst wie ein begossener Pudel.

Reinhard Mey beendet sein Lied mit dem Hinweis, dass er zumindest in einem seinem Hund überlegen ist: Nur er kann die Kühlschranktür öffnen.

Aus meiner Sicht haben wir als Menschen noch einen Vorteil: Wir können unseren Verstand nutzen, im Gegensatz zu unserem Hund, der seinen Instinkten folgt.

Wir wissen zumindest, weshalb es gut und richtig und aus Nächstenliebe geboten ist, sich weiterhin nur auf Abstand und mit Maske zu begegnen und das Händewaschen nicht zu vergessen.

Anders als Itthai sind wir leider nicht immun gegen das Virus und müssen weiter auf den Impfstoff warten. Bleiben Sie behütet.

 

( 1 ) https://www.reinhard-mey.de/texte/alben/es-gibt-tage-da-w%C3%BCnscht-ich-ich-w%C3%A4r-mein-hund (letzter Abruf 29.07.2020)

 

Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

 

katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen