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Kirche in WDR 2 | 15.01.2021 | 05:55 Uhr

Anders

Anders als erwartet.

Ist ja oft so.

Oder?

Dabei wäre normal so schön.

Wobei? Normal? Auch schwierig. Was ist denn schon normal?

Das ist doch wohl klar, wird wahrscheinlich mancher denken.

Normal ist, wenn ich meine Oma besuchen kann, wenn Leute in meinen Laden kommen können, wenn ich in den Urlaub fliegen kann und wenn meine Kinder ganz normal in die Schule gehen können. Normal eben.

Nur: jetzt ist es anders.

Durch die Pandemie ist alles anders.

Menschen sterben früher.

Besuche finden nicht, oder nur durch die Scheibe statt.

Vielen geht das Geld aus, weil nichts und niemand mehr reinkommt.

Einsamkeiten überall.

Und es ist wie immer:

Das Gegenteil stimmt natürlich auch.

Viele überleben.

Mancher bekommt staatliche Unterstützung.

Menschen helfen sich.

Ich höre einen Mann aus einer brasilianischen Favela, einem Elendsquartier am Rande der Großstadt. Er sagt: „Isolation ist ein Luxus der Reichen.“

Stimmt. Dort, die Hütten, dicht an dicht, ist social distancing, sozialer Abstand zum Mitmenschen gar nicht möglich.

Nicht, dass dadurch der Abstand bei uns schöner, leichter, oder irgendwie besser zu ertragen ist, nur:

Alles ist anders, wenn der Rahmen, der Kontext, das Umfeld anders ist.

Manchmal hilft mir das, den Blick vom Spiegel auf die Welt und auf die Mitmenschen zu lenken.

Ja, jetzt ist alles anders und die Preise, die für das Überleben gezahlt werden, sind unterschiedlich hoch.

Was zählt ist, den Blick zu heben und darauf zu vertrauen, dass es wieder gut wird.

Anders gut.

Mit Anderen anders gut.

Ich glaub´ja: anders ist irgendwie immer.

Weil das Leben weder absolut gerecht, noch sicher, noch ein langer ruhiger Fluss ist – geschwiege denn: planbar.

Gewusst hat man das ja schon länger.

Und erlebt auch. Oft bei den anderen.

Jetzt kann es jeden und jede treffen und alles anders machen, als erwartet.

Ich kann mich und andere nicht immun, nicht unverwundbar machen.

Ich kann Abstand halten, Maske tragen, Hände waschen.

Und in Verbindung bleiben, wenn es auch nur digital ist.

Ich kann hoffen und beten.

Anders.

Aber in Verbindung.

 

 

Redaktion: Landespfarrer Dr. Titus Reinmuth

 

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