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Kirche in WDR 2 | 07.09.2020 | 05:55 Uhr

Anerkennung

Das ist jetzt nicht wahr, oder?

Er hat es doch geschafft! Er hat die Beförderung in der Tasche! Damit ist er auf der Karriereleiter genauso weit gekommen wie sein Vater. Und natürlich hat er gehofft, dass damit endlich dieses elende Kritisieren und Herumnörgeln ein Ende hat. Dass sein Vater jetzt einfach zufrieden ist mit dem, was sein Sohn erreicht hat.

Aber der weist nur milde lächelnd darauf hin, dass er selbst deutlich schneller Karriere gemacht hat als sein Sohn. Obwohl es damals viel schwieriger gewesen ist als heute. Ist ja klar. „Außerdem“ fügt der Vater noch hinzu, „außerdem wollen wir erst mal sehen, ob du in dieser Funktion tatsächlich ein Gewinn für die Firma bist. So eine Beförderung allein sagt noch gar nichts!“

Das ist doch echt das Letzte! Er kommt sich vor wie in der Schulzeit. Damals sind seine Leistungen auch nicht gewürdigt worden. Egal, wie sehr er sich angestrengt hat, egal wie gut die Noten gewesen sind. Es ist nie genug gewesen.

Natürlich muss er endlich anfangen, sich davon frei zu machen. Er muss akzeptieren, dass er es seinem Vater nie recht machen wird. Und dass er kaputt geht, wenn er das nicht einsieht.

 

Im Grunde genommen ist ihm das schon lange klar. Er hat es trotzdem immer wieder versucht. Aber jetzt ist das Ende der Fahnenstange erreicht: Für einen weiteren Schritt auf der Karriereleiter ist er zu alt. Wird er es also endlich einsehen? Dass es keinen Sinn hat, weiter auf die Anerkennung seines Vaters zu hoffen?  Dass es besser ist, seine Aufmerksamkeit verstärkt auf andere Menschen zu richten?

Seine Frau zum Beispiel ist nach wie vor auf seiner Seite. Trotz aller Schwierigkeiten. Mit der Zeit ist das aber für ihn so selbstverständlich geworden, dass er es gar nicht mehr richtig wahrnimmt. Ihre Anerkennung und Zuwendung dringt kaum noch unter seine Oberfläche. Selbstwertgefühl kann er daraus schon lange nicht mehr ziehen.

Natürlich würde es ihm helfen, zu hören, dass ihn außer seiner Frau auch noch jemand anderes anerkennt. So wie Gott das tut. Ohne Wenn und Aber und ganz unabhängig von seinen Leistungen. Das zu glauben, würde sein Selbstwertgefühl stärken, würde ihn unabhängiger machen von dem Urteil seines Vaters.

Aber wie soll er von der Anerkennung Gottes etwas mitkriegen? Er liest nie in der Bibel, geht schon lange nicht mehr in die Kirche, hört auch nie eine Radioandacht. Wie soll die Botschaft bei ihm ankommen, dass Gott ihn liebt - ganz bedingungslos?

Ein Glück, dass wenigstens Sie zuhören. Denn natürlich gilt dieselbe Botschaft auch für Sie: Gott liebt Sie. Unabhängig von Ihren Leistungen und auch sonst ohne Wenn und Aber und ohne jede Vorbedingung.

 

Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

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