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Hörmal | 29.09.2019 | 07:45 Uhr

Anja Reschke: Ich hab' Vertrauen in dieses Land

O-Ton Reschke: Ich bin getauft und bin in die Kirche gegangen. Es hat tatsächlich irgendwie immer ‘ne Rolle gespielt in meinem Leben. 

Autor: Erzählt die Journalistin und Fernsehmoderatorin Anja Reschke. Sie ist die Frau, die im Ersten Panorama moderiert - immer ein wenig streng, geradeaus und fest entschlossen, gegen das Unrecht in der Welt vorzugehen. Und gleichzeitig so sympathisch mit ihrem einnehmenden sparsamen Lächeln.

O-Ton Reschke: Ich bin sehr bewusst in der Kirche geblieben und glaube an eine Erzählung, die Menschen ein Gerüst gibt, wie gutes Zusammenleben sein soll.

Autor: Nach ihrem Tagesschau-Kommentar vor vier Jahren zur Hetze gegen Ausländer brach eine Welle aus Hass und Anfeindungen über Anja Reschke herein. Da ging es ihr nicht besser als ihren Kolleginnen und Kollegen. Die schlimmsten Drohungen, wie „vom Hof jagen“ oder „verbrennt die Alte“, sind Vergangenheit, aber sie haben ihre Spuren hinterlassen.

O-Ton Reschke: Es gab Momente in diesen letzten vier Jahren, wo ich gedacht hab, was, wenn alles fällt? Was, wenn alles rutscht, was, wenn wir wieder in so‘ne dunkle Zeit kommen?

Autor: Unbeirrt und fast trotzig hält die zweifache Mutter dem entgegen:

O-Ton Reschke: Ich hab‘ ein Vertrauen in dieses Land, ich hab‘ ein Vertrauen in diese Gesellschaft, sonst würd ich wahnsinnig werden.

Autor: Seit 2001 moderiert Reschke das Fernsehmagazin Panorama. Zunehmend ist ihr klar geworden:

O-Ton Reschke: Es ist ganz wichtig für mein Leben, dass ich aus dieser digitalen Filterblase rausgehe, wo ganz viel Hass und ganz viel Beleidigungen auftauchen, und rausgehe in die reale Welt und tatsächlich mich in die Universität setze und mit Leuten rede, bei einem Gottesdienst bin, in der Volkshochschule mit Leuten spreche, dann merkst du wieder: ah, und das beruhigt mich.

Autor: Nach wie vor ist die streitbare Journalistin davon überzeugt: Wir sind mehr mehr Menschen in der Zivilgesellschaft, den Parteien und Verbänden, den Kirchen und anderen Religionsgemeinschaften, die sich für ein konstruktives Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Kulturen einsetzen, mehr als die, die das verachten und verhindern wollen.

O-Ton Reschke: Mir gibt tatsächlich die Begegnung mit Menschen Hoffnung, weil ich immer feststelle, dass die meisten Menschen, und selbst, wenn sie sogar ‘ne Wut oder’n Hass haben, irgendwann in‘ner längeren Unterhaltung doch auf das zurückzuführen sind, was Menschen eben sind mit all ihren Gefühlen und ihren Ängsten und ihren Sorgen und ihren Nöten.

Autor: Und das verbindet und führt dazu, dass wir einander in Achtung und Respekt begegnen auch bei unterschiedlichen politischen Meinungen und Positionen, sagt Anja Reschke. Sie möchte solche Begegnungen nicht missen. Sie geben ihr Hoffnung, Mut und Energie, an dem Gerüst für ein gutes Zusammenleben weiter zu bauen.

O-Ton Reschke: Es gibt natürlich einen Teil, den du nicht mehr erreichen kannst. Also wenn jemand anfängt, sich rassistisch zu äußern oder Leute abzuwerten, sag ich: Hab ich keine Lust! Ich hab keine Lust, darüber zu diskutieren, ob Ausländer per se schlimmer sind als Deutsche. Das ist mir einfach nicht die Ebene, auf der ich reden möchte. Aber ich bin immer dafür, zu reden, wenn ein wirkliches Interesse an‘nem Austausch.

 

Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

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