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Kirche in WDR 2 | 15.04.2019 | 05:55 Uhr

Inselglück

Inselglück

Heute ist wieder Montag, und weil heute Montag ist ist das Wochenende leider auch schon wieder vorbei.

Tja. Bei mir nicht nur das Wochenende, sondern auch der Urlaub. Ich war mit Frau und Hund eine Woche in Juist. Das ist eine der wunderbaren Inseln in der Nordsee, wo keine Autos fahren. Wo es nur Fußgänger, Fahrräder und Pferde gibt. Kein Auspuff. Keine Hupe. Einatmen. Ausatmen. Herrlich. Es gibt wenige Orte in Deutschland, wo ich so schnell so dermaßen runterkomme. Ich gehe von der Fähre runter, packe unsere Koffer in einen Anhänger und rumpele die Hafenstraße runter. Links der Gabeljürge, ein tolles Fischrestaurant, dann hoch auf die Strandpromenade, rechts das Kurhaus und links das Hotel. Koffer weggebracht. Sich einmal aufs Bett geschmissen.

Wie toll! Dann Jacke an, Schal an, Mütze an und raus. Auf Juist hast du ja nur zwei Möglichkeiten: Du gehst nach Westen, am Hammersee vorbei bis zur Domäne Bill, packst dich in eine Decke, isst ein Stück Rosinenstuten und trinkst einen Kaffee dazu. Oder du gehst nach Osten immer geradeaus bis zum Flugplatz, packst dich im Restaurant in eine Decke, bestellst nen schwarzen Tee und siehst den Maschinen zu, wie sie Richtung Festland starten. Das wars schon. Mehr gibt es nicht. Die Gegend dazwischen halt. Aber mehr nicht. Und soll ich mal was sagen? Ich finde das super. Du, deine Frau, dein Hund, der Tee, ein gutes Buch, die Sonne, der Wind und das Meer.

Brauchst du mehr zum Glücklichsein? Ich nicht. Mir fehlt nichts auf der Insel. Rein gar nichts.

Glück. „Was ist die kürzeste Definition von Glück? Leicht einen sitzen haben und keine Termine.“ Hat mal jemand gesagt. Und meinte damit: In den Himmel gucken und sich in diesem Moment freuen, dass du lebst. Sich leicht fühlen und frei. Dankbar sein. Sich freuen, dass alles jetzt so ist wie es genau jetzt ist und nicht anders.

Heute ist Montag, ich bin wieder in Köln und trauere der Insel hinterher. Klar, ich kehre zurück, und ich weiß auch schon wann, und ich freue mich jetzt schon darauf. Ist mein Glück aber in Juist geblieben?

In einem Psalm lese ich folgenden Satz: „Es segne dich der Herr vom Zion her. Du sollst schauen das Glück Jerusalems alle Tage deines Lebens.“ Das Glück Jerusalems … tja, damit ist wohl das ungeteilte Glück dessen gemeint, der Gott anschaut. Immer einen sitzen haben und nie mehr Termine quasi. Als ich über diesen Satz nachdenke denke ich: Es geht um den Blick auf das Glück. Du sollst das Glück schauen – und das jeden Tag. Das Glück: Der Hund, wie er am Strand durch den Sand pest. Der Tee, wie er dampfend die Tasse füllt. Die Hand meiner Frau. Der Blick in die Ferne mit nichts dazwischen. Der Blick auf das Glück Jerusalems. Du sollst schon mal einen Blick auf das Glück werfen, sagt Gott. Wenigstens einen Blick.

Und das geht auch an einem Montag in Köln. In der Bäckerei ein dampfendes Rosinenbrötchen kaufen und reinbeißen und die Süße im Mund spüren. Mit dem Hund durch den Lentpark laufen und staunen, welche Kunststücke er schon kann. Das Glück hier schon anschauen, einen kleinen Moment. Einen Blick auf das Glück werfen und ahnen, dass Gott es gut mit dir meint, jeden Tag, ein Leben lang und darüber hinaus.
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