Aktuelles

Beiträge auf wdr4 

evangelisch

Kirche in WDR 4 | 30.01.2019 | 08:55 Uhr

Auf der Warte

Guten Morgen.

Bei einem Aufenthalt in Eisenach in Thüringen, kann ich vom Speisesaal des Hotels aus bei jeder Mahlzeit auf die Wartburg schauen.

Sie ist die erste deutsche Burg, die in die Liste des Welterbes der UNESCO aufgenommen wurde.

1000 Jahre deutscher Geschichte spiegeln sich in der Wartburg eindrucksvoll wider. Sie war Wohn- und Wirkungsstätte der heiligen Elisabeth von Thüringen. Sie bot dem Reformator Martin Luther Exil und ein Versteck. Luther übersetzte hier in seiner Stube das Neue Testament. 1817 fand das studentische Wartburgfest statt. Dort trafen sich Studenten fast aller evangelischen deutschen Universitäten. Die Versammlung machte sich für einen Nationalstaat mit einer eigenen Verfassung stark und wollte der damaligen Politik ein Ende setzen.

Für all´ diese Höhepunkte deutscher Geschichte war die Wartburg Schauplatz. Sie war eine „wehrhafte Festung, Residenz, Herberge, Stätte der Geborgenheit und Einkehr für ihre Bewohner“. (1)

Im Wort Wartburg steckt das Wort „Warte“; die Warte oder Wächterburg.

Das ist ein Ort der Aussicht, der Ausschau von oben mit Blick auf die Stadt unten.

Mich haben Ort und Bedeutung an einen Bibeltext erinnert:

Er steht in dem Buch des Propheten Habakuk. Habakuk beklagt Unrecht und Gewalt an Mensch und Natur im Land Judäa. In einem Zwiegespräch mit Gott klagt der Prophet die Machtgier der Eroberer an, die Judäa besetzt halten.

Sprecher: Auf meiner Warte will ich stehen und mich auf meinen Turm stellen und Ausschau halten und sehen, was Gott mir auf meine Fragen und Anklagen sagen und antworten wird.

Und Gott, der Herr antwortete mir und sagte: „Was ich dir jetzt enthülle, sollst du öffentlich auf Tafeln schreiben, in deutlicher Schrift, damit alle es lesen können!

Und: Was ich da ankündige, wird erst zur vorbestimmten Zeit eintreffen.“

(Habakuk 2,1-2, Lutherbibel, 2017 und Gute Nachricht)

Autorin: Habakuk hält inne. Lässt sich bremsen. Ist bereit, geduldig hinzuschauen, bis das Herz sieht, auf wen und worauf Gott seinen Blick richtet. Er lässt liegen, was er sonst zu tun hat; zieht sich aus den Verwirrungen des Alltags zuruck und steigt auf einen Turm.

Er sucht einen Ort, von wo aus er Überblick hat und gleichzeitig allein sein kann.

Von hier aus will er Ausschau halten, darauf warten und hören, was sein Herz ihm sagen will.

Mir gefällt der Gedanke: auf der Warte zu stehen. In sich hinein zu schauen und zu spüren. Hören, was das Herz sagen will. Was raus will und raus muss.

Was sich ausleben will. „Schreib auf, was Du schaust“... sagt Gott.

Die Wartburg ist so ein Ort für mich. Ein Ort außerhalb der Stadt und des Geschehens. Ein Ort, der Ausblick gewährt in die Weite und Ferne. Der mich von außen neu auf die Dinge schauen lässt, mir Abstand und Überblick verschafft.

Auf meiner Warte will ich stehen, mich noch einmal neu ausrichten.

So wie Habakuk, so wie Martin Luther und all die anderen, die aus dem Ort des Rückzugs Kraft getankt und Neues geschaffen haben.

Einen guten Tag wünscht Ihnen, Pfarrerin Christiane Neufang aus Köln.

(1)Quelle: www.wartburg.de

katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen