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Kirche in WDR 5 | 08.05.2021 | 07:55 Uhr

Bäume für die Enkel

Guten Morgen,

1000 Eichen, Ahornbäume, Buchen, Eschen und Erlen, aber auch Obstbäume sind in meiner Stadt in den vergangenen 15 Jahren angepflanzt worden. „Babywald“ nennt sich die Fläche, auf der diese Bäume wachsen. Denn jeder Baum dort ist in die Erde gesetzt worden, wenn ein Baby geboren wurde. Bäume für unsere Kinder und die ökologische Nachhaltigkeit unserer Stadt. Diese Investition kann goldwert sein.

Dass Investitionen in die Zukunft sehr wertvoll sein können, das wusste man schon in der Antike. Ein wichtiger Fruchtbaum war damals - und ist es bis heute - der Johannisbrotbaum.

Damals hat man Gold oder Diamanten mit Samen von Johannisbrotbäumen aufgewogen. Die Samen nannte man Ceratonia. Davon kommt das Wort Karat. Und nach Karat messen wir noch heute das Gewicht von Edelsteinen und die Reinheit von Gold. Die Samenkörner vom Johannisbrotbaum bleiben in ihrem Gewicht sehr konstant. Und das ist natürlich von Vorteil, wenn man so kleine wertvolle Dinge wie Gold und Edelsteine abwiegt und ihren Wert danach bemisst. Eine interessante Vorstellung: Ein Samenkorn, dessen Früchte wir erst in weiter Zukunft genießen können, ist heute schon goldwert, wenn wir diesen Samen in die Erde legen.

In unserem Land brauchen wir zu einem guten Leben nicht unbedingt Johannisbrotbäume, auch, wenn wir die Früchte dieses Baumes als Verdickungsmittel in vielen Nahrungsmitteln finden.

Wenn es bei uns um den Erhalt von Wohlstand geht, fallen Worte wie Nachhaltigkeit in Ökologie, Wirtschaft und Finanzen. So wird unser Zusammenleben „hochkarätig“ gesegnet.

Aber nicht unbedingt sofort. Ich stehe mit meiner Generation in einer Kette von Generationen. Vieles, das ich heute genieße, haben unsere Vorfahren aufgebaut und erhalten. Eine Anekdote aus der jüdischen Tradition erzählt davon. Dort sieht jemand einen Mann, der einen Johannisbrotbaum pflanzt. Nachdem er ihm eine Weile zugeschaut hat, fragt er: „Wann wird dieser Baum wohl Früchte tragen?“ Der Mann antwortet: „In sieben Jahren.“ Darauf erwidert der andere: „Das ist eine lange Zeit. Wäre es nicht klüger, einen Baum zu pflanzen, der früher Früchte trägt, so dass du dich an seinen Früchten selber erfreuen kannst? Weißt du, ob du in sieben Jahren noch lebst…“

Darauf antwortet der Mann: „Als ich zur Welt kam, da fand ich hier Johannisbrotbäume und ich aß ihre Frucht und erfreute mich daran, ohne, dass ich die Bäume gepflanzt hatte. Denn meine Väter hatten sie gesetzt. Habe ich die Früchte genießen können, ohne dafür gearbeitet zu haben, so will ich gerne einen Baum pflanzen für meine Kinder und Enkel. Wir Menschen werden nur dann gesegnet hier leben können, wenn Eltern und Kinder einander die Hände reichen.“ (nach: Axel Kühner, Textarchiv, Nr. 607,“ Gefährten oder Tod“)

 

Wir können dem, was wir der Generation nach uns überlassen, Gewicht verleihen. Damit erhalten wir auch uns, was wichtig ist.

Das kann ein Baum im „Babywald“ sein, der uns heute und unseren Enkeln und Urenkeln Schatten und saubere Luft spendet. Oder ein sparsamer und verantwortlicher Umgang mit Wasser und den anderen Vorräten in Gottes Schöpfung. Damit wir gesegnet hier leben können. Jung und Alt zusammen.

 

 

Ihr Pastor Christoph Neumann aus Hemer.

 

 

Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

 

 

 

 

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