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Kirche in WDR 2 | 20.03.2021 | 05:55 Uhr

Erzählt Geschichten!


Es gibt ja immer was zu feiern!!! Heute zum Beispiel ist der Weltgeschichtentag!!!

Ich finde den englischen Namen des Tages sogar noch besser. World Storytelling Day. Also den GeschichtenERZÄHLtag. Das finde ich besser, weil hier das erzählen im Vordergrund steht. Es geht dabei nicht um eine Zeugenaussage, ums Vorlesen oder einen Bericht. Es geht dabei um Geschichten, die Vater, Mutter, Oma, Opa, Freunde, Kinder und vielleicht sogar fremde Menschen im Bus in ihre Herzen geschrieben haben. Diese Geschichten haben wir vielleicht schon 1000 mal vom Erzähler oder der Erzähler*in gehört oder hören sie zum ersten Mal, aber sicher ist, dass diese Geschichten, die tief aus dem Herzen kommen, so nur von dieser einen Person erzählt werden können. Dabei ist es gar nicht so wichtig, ob diese Geschichte jemals so passiert ist, wie sie erzählt wird. Viel entscheidender ist, was die Menschen, die uns Geschichten erzählen damit sagen wollen bzw. mit uns teilen wollen.

Meine Ommah (so sagt man das bei uns im Sauerland Ommah, Mit zwei M und hinten ein H) Also meine Ommah hat mir immer von der Casparizeche erzählt. Lange Zeit wusste ich gar nicht, wer oder was eine Casparizeche sein soll. Ich habe erst sehr spät verstanden, dass es hier um ein Bergwerk mit dem Namen Caspari ging, welches bereits im Jahr 1892 geschlossen wurde, also vor der Geburt meiner Großmutter. Sie erzählte mir von Ziegen, die sie in der Nähe der Zeche gehütet hat, von Schätzen, die Ganoven in den alten Tunnel versteckt haben und von Abenteuern, die sie als Kind im Glückauf-Stollen oder beim Maria-Stollen erlebt hat. Früher war das unglaublich aufregend für mich. Heute weiß ich, dass viele der Geschichten so nicht passiert sein können. Aber das macht die Geschichten für mich nicht weniger wertvoll, denn die Geschichten haben ihre eigene Wahrheit. Bei jeder Geschichte habe ich etwas von meiner Oma gelernt. Vor allem habe ich gelernt, dass selbst die kniffligsten oder gefährlichsten Geschichten ein gutes Ende finden können, selbst wenn es zwischenzeitlich übel aussah. Die Geschichten meiner Ommah haben mich gelehrt, dass es gut ist, die Hoffnung nicht aufzugeben – egal, was die Fakten mit ins Ohr flüstern. Diese Frau hat mich stark geredet! Nein! Sie hat mich stark erzählt. Viele kannten Winnetou, He-Man oder ET. Die Ganoven von der Casparizeche kannte nur ich. Und immer wenn ich irgendwo den Namen Caspari lese oder eine Förderturm sehe, habe ich meine Ommah wieder im Ohr, wie sie mir ihre alten Geschichten erzählt, wie nur sie es konnte.

Das ist jetzt keine Aufforderung, Kinder oder sonst jemandem Seemannsgarn zu spinnen. Erzählt keine Botschaft, von welcher ihr nicht überzeugt seid oder die euren Zuhörer*innen nicht guttut. Gebt in euren Geschichten weiter, wovon ihr im tiefsten Inneren überzeugt seid. Dann gebt ihr Wahrheit weiter, auch wenn ihr Euch vielleicht nicht mehr ganz richtig an die Fakten erinnert.

Nutzt den heutigen Weltgeschichtentag und erzählt was das Zeug hält, aber hört auch zu, wenn euch etwas erzählt wird! Denn eine Geschichte ist nichts ohne Zuhörer*innen.

Es ist noch nichts verloren. Es gibt immer was zu feiern. Morgen ist Sonntag. Heute ist Wochenende und die nächste Geschichte wartet schon um die Ecke!!!

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