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Hörmal | 27.12.2020 | 07:45 Uhr

Das Heilige Haus von Nazazreth

Dass man ganze Häuser versetzt, ist heutzutage nichts Besonderes mehr. Erst vor ein paar Wochen wurde in Martfeld, nicht weit von Bremen ein 500 Jahre altes Haus an einen neuen Standort verschoben – genauer gesagt „verrollt“. Das alte Fachwerkhaus war bis auf sein Holzgerüst entkernt, dann aufgebockt und über Baumstämme 140 Meter weit gerollt worden zu seinem neuen Standort. Das Ganze dauerte drei Tage und brachte das ganze Dorf auf die Beine.

Haustransporte sind sogar über hunderte von Kilometern möglich mit speziellen Flachladern oder sogar per Schiff. Manchmal werden dann Laternen und Ampeln abgebaut, damit die Häuser unbeschadet passieren können.

Eine Legende erzählt, dass ein Haus sogar durch die Luft transportiert worden sei. Das war nicht irgendein Haus, sondern das Haus der Heiligen Familie in Nazareth, deren Festtag heute in der katholischen Kirche gefeiert wird. Es heißt, Engel hätten die „Santa Casa“, das „Heilige Haus“ nach Italien gebracht, nach Loreto, das seit dem Mittelalter ein Wallfahrtsort ist. Interessant an der Legende ist, dass hier ein paar historische Fakten verarbeitet sind.

So stammen zum Beispiel die Steine in Loreto tatsächlich aus Nazareth, wie Archäologen nachgewiesen haben. In Nazareth finden sich heute nämlich noch weitere Reste mit gleichen Steinen dieses Hauses, wo die Heilige Familie gelebt haben soll. Hier soll auch Maria geboren sein und die Botschaft des Engels empfangen haben, Jesus zu gebären.

Spannend ist außerdem, dass Historiker Dokumente gefunden haben, in denen es um eine Schenkung heiliger Steine aus Nazareth im Jahre 1294 geht. Ein Adeliger hatte nämlich zur Hochzeit seiner Tochter diese Steine von Nazareth nach Italien bringen lassen. Er wollte damit wohl auch das Heilige Haus in Nazareth zurzeit der Kreuzzüge vor der Zerstörung retten. Der Familienname des byzantinischen Adeligen war: „Angeloi“, zu Deutsch: „Engel“. Sicherlich kamen die Steine des Heiligen Hauses per Schiff nach Italien, aber durch den Nachnamen des Adeligen erklärt sich der legendäre Engeltransport – und der ist natürlich auch viel spektakulärer.

Schon bald wurde in Loreto über dem Heiligen Haus eine große Wallfahrtskirche gebaut, weil viele Pilger kamen, um so der Heiligen Familie in ihrem Haus vermeintlich näher zu kommen. Die Pilger wollten irgendwie konkret nachempfinden, wie die Heilige Familie wohl gelebt hat, was und wie ihr zuhause war, denn davon ist in der Bibel fast nichts zu lesen. Und: Sie sparten sich so immerhin den weiten Weg bis nach Nazareth.

Das Heilige Haus von Loreto wurde so populär, dass es in ganz Europa Kopien davon gab, sogenannte „Loreto-Kapellen“. Hier in Köln gibt es zum Beispiel so eine Kapelle in der Kirche Maria in der Kupfergasse oder auch in Wegberg-Holtum bei Heinsberg, um nur zwei Orte in Nordrhein Westfalen zu nennen.

Klar: dieser Kult um die Loreto-Kapellen kann einem auch den Blick verstellen. Aber bei all der heiligen Aura, die da mitspielt, geht es doch um etwas, was ich persönlich sehr bedenkenswert finde an der ganzen Thematik: Das Haus lenkt den Blick auf das Familienleben und damit auf das Zuhause, also auf das alltägliche Leben. Und das zeigt mir: Christen glauben an einen Gott, der wirklich im Alltag Mensch geworden ist und das heißt, er könnte auch hier und jetzt geboren sein, bei ihnen und mir – also in jedem Haus.

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