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Kirche in WDR 4 | 15.10.2020 | 08:55 Uhr

Herbert Feuerstein

Herbert Feuerstein ist tot. Das ist Mist. Ich bin und war ein riesiger Fan dieses kleinen Mannes – ein intellektueller und humoristischer Gigant. Feuerstein war Chefredakteur von Mad, der Satirezeitung, die ich immer meinem Bruder geklaut habe und die ich unfassbar lustig fand, obwohl ich als 12 Jähriger sicher nur ein Viertel aller Witze wirklich verstanden habe. Tja, und dann war er letzte Woche gestorben und ich trauerte um ihn und auch ein wenig und einmal mehr um meine Jugend.

Als ich dann aber gehört habe, dass Herbert Feuerstein seinen eigenen Nachruf für den WDR produziert hatte war meine Traurigkeit etwas verflogen, da ich mich auf ein neues Hörvergnügen aus der Feder des Meisters gefreut habe. Denn das, was Sie sich weiterhin in der WDR Mediathek anhören können, ist viel mehr, als was man sich herkömmlich unter einem Nachruf vorstellt. Es ist eine zweistündige Reise durch das fantastische Leben von Herbert Feuerstein. Und für die habe mir am letzten Wochenende Zeit genommen sie mir in Ruhe anzuhören. Das war wirklich ein tolles Stück Radiokunst, aber gleichzeitig war dieser Nachruf auch ungemein traurig, da ich etwas über Herbert Feuerstein gelernt habe, was ich vorher nicht gewusst hatte. Der Mann hatte Angst. Gewaltige Angst. Er selbst hat mal gesagt: "Angst ist die dunkle Materie meines Bewusstseins. Unmessbar, aber übermächtig steuert sie mein Leben".

Das hat mich schockiert! Herbert Feuerstein hat Angst? Also krankhafte Angst? Ein so erfolgreicher und harter Humorist?

Unglaublich, aber leider wahr! Wieder einmal wurde mir klar, dass Erfolg zu haben und von einem großen Publikum gelebt zu werden, eben nicht die Rettung ist. Erfolg kann nicht dauerhaft wirkliche innere Leere füllen, er kann nicht dauerhaft deine tiefsten Verwundungen heilen oder deine schlimmsten Ängste verjagen. Im schlimmsten Fall verschärft der Erfolg gewisse Ängste nur noch, weil man Angst davor bekommt, was passiert, wenn der Erfolg irgendwann wieder ausbleibt oder sich nicht wiederholen lässt.

Herbert Feuerstein hat die unterschiedlichsten Ängste in seinem Leben nie besiegt, aber er hat es geschafft mit einigen von Ihnen zu leben. Das ging nur, indem er hart an und mit diesen Ängsten gearbeitet hat.

Seine Flugangst hat er überwunden, indem er seinen Pilotenschein gemacht und seine Angst vor Veränderungen hat er bekämpft indem er für 10 Jahre nach New York gezogen ist. Er hat sich aber auch nicht all seinen Ängsten gestellt, sondern ist unangenehmen Situationen auch einfach aus dem Weg gegangen. In seinen 83 Lebensjahren hat er also seinen ganz eigenen Weg gefunden mit seinen Ängsten zu leben.

Sein Geheimnis war dort gegen die Angst zu kämpfen, wo es nötig und möglich war, vor den Ängsten zu fliehen, welchen man entkommen konnte und Stück für Stück die Angst als solche nicht mehr so ernst zu nehmen und sich über sie lustig zu machen.

In der aktuellen Zeit können wir hier viel von Herbert Feuerstein lernen. Und wenn Sie es noch nicht getan haben: Gehen Sie in die Mediathek von WDR 5 und hören sie sich seinen selbstverfassten Nachruf an, der mit toller Musik und klugem Witz zumindest eine zweistündige Flucht aus dem viralen Hier und Jetzt anbietet.

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