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Kirche in WDR 4 | 20.08.2019 | 08:55 Uhr

The heart of gaming

Das Herz des Spielens – „The Heart of gaming“: Unter diesem Motto startet heute in Köln mal wieder die gamescom, die weltgrößte Computerspielemesse. Und vielleicht, weil sie zum zehnten Mal stattfindet, haben die Macher ihrer gamescom diesmal so ein pathetisches Motto gegeben. Da geht es also um das „Herz des Spielens“ – das, was das Computerspielen im Innersten ausmacht.

Puh…Ich muss gestehen – ich habe mich nie so richtig für Computerspiele erwärmen können. Und in meiner Jugend gab es die schon. Warum ich da nie was für übrig hatte? Das hat auch etwas mit meinen Vorurteilen zu tun, gerade wenn es um das „heart of Gaming“ geht. Für mich war Computerspielen meistens Zeitverschwendung und irgendwie hatte ich damals Angst, dass das meinen Charakter verderben könnte – das Ballerspiel Doom war beispielsweise damals schon auf dem Markt. Ich dachte: Leute, die sonst keine Freunde haben, die daddeln am Computer rum. Und: Einfach auf Leute schießen, oder Monster töten – das macht einen doch irgendwann asozial.

Muss ich heute revidieren.

Im Frühjahr erst war ich bei dem Junggesellenabschied meines Bruders. Der hatte früher wild am Rechner gezockt. Und auf dem Junggesellenabschied waren auch einige seiner alten Zockerfreunde da. Und die haben von Lan-Parties in den 90ern erzählt, bei denen sie die Nächte durchgespielt und meist nur von Cola und Chips gelebt haben. Und obwohl ich bei all dem nicht mitreden konnte: Ich habe mich insgesamt gewundert, wie sozial die alle waren – spätestens das hat meine Vorurteile komplett ausgehebelt. Aus denen ist nämlich doch etwas geworden.  Einige sind heute Computerprogrammierer, einer ist Anwalt oder arbeiten in sozialen- oder gar in Rettungsberufen. Auch mein Bruder hatte am Anfang zwar Informatik studiert.

Hat dann aber das Studium geschmissen und ist heute Rettungsassistent. Weil er Menschen helfen wollte – echten Menschen.

Und er hat mir gesagt, dass ihm das Computerspielen da durchaus geholfen habe, – Dinge strategisch anzugehen, in Stresssituationen den Überblick zu bewahren. Und natürlich hilft es auch auf der Rettungswache, dass mein Bruder sich sehr gut mit Computern auskennt. Ich jedenfalls habe in meinem Leben festgestellt, dass gerade Gamer oft enorm hilfsbereit sind – und gar nicht so asozial, wie ich mir das früher Mal gedacht habe.

Was ich sagen will ist etwas, das schon in der Bibel steht: „Ein Mensch sieht, was vor Augen ist. Der Herr aber sieht auf das Herz“.

Ich arbeite heute in ‘nem Büro und beim WDR für die Kirche, in der es wahrscheinlich genauso viele asoziale Menschen gibt wie in der Spielerszene oder sonst wo. Mein Bruder wartet derweil auf der Rettungswache auf den nächsten Notruf. Beim Einsatz ist er geduldig mit der dementen Patientin, die ins Krankenhaus muss und schweigt meist darüber, wenn er verletzte Leute von der A2 auflesen muss – was manchmal brutaler sein kann als jedes Videospiel. Mein Bruder hilft echten Menschen. Am Ende kommt es auf das Herz an und darum, ob es gut ist: bei Kirchenleuten und bei den Gamern – und bei allen anderen.

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