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Kirche in WDR 5 | 20.08.2019 | 06:55 Uhr

Gutes Klima

Heute vor genau einem Jahr begann eine unglaubliche Erfolgsgeschichte: Greta Thunberg, eine schwedische Schülerin, begann mit ihren Protesten für ein besseres Klima. Sie kennen die Geschichte und das dazugehörige Bild. Das Mädchen, das einsam vor dem schwedischen Parlament mit einem Plakat streikt.  Innerhalb weniger Monate wuchsen Gretas „Fridays for future“ zu einer Bewegung. Anfangs noch als notorische Schulschwänzer beschimpft, hat die Bewegung es mittlerweile in alle Ebenen des politischen Alltags geschafft. Hunderttausende machen mit. An Greta kommt kein Regierungschef mehr vorbei.

Ich finde das faszinierend: Da gibt es eine Idee, die sich immer mehr fortpflanzt – und das in atemberaubender Geschwindigkeit. Klar, Greta war nicht die erste, die das Thema Klima und Sorge für den Planeten auf die Tagesordnung gebracht hat. Aber: Sie findet Gehör. Mittlerweile ahnen so viele wie noch nie zuvor, dass die Frage nach dem Weltklima viele andere drängende Probleme umfasst: Wohin sollen die Menschen denn, wenn ihnen in ihrem Heimatland das sich wandelnde Klima nur noch Dürre und Missernten beschert? Weitere große Flüchtlingsbewegungen sind zu befürchten – und auch irgendwann einmal zu bewältigen. Das ist ein großes Bündel an Herausforderungen, in das sich die Menschheit verstrickt hat. Und einmal mehr taucht der Begriff der Menschheitsfamilie auf – die nur zusammen diesem Bündel Herr werden kann.

„Alle sollen eins sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast.“ So heißt es in einem Bibeltext, der heute in den katholischen Gottesdiensten vorgelesen wird. Ja – ich glaube, dass in der „Fridays for future“-Bewegung dieses Bewusstsein wieder neu gestärkt wird: alle sollen begreifen, dass sie zusammengehören. Dass niemand etwas machen kann, ohne dass der andere davon betroffen ist. Das gilt für das Klima ebenso wie für den Kampf gegen die Armut, der immer wieder anprangert, dass sich ein kleiner Teil der Menschheit die Taschen vollstopft, während der weitaus größere Teil leer ausgeht. Ein weiterer Gedanke lässt mich in diesem Zusammenhang nicht los: Wie wäre es, wenn wir Greta Thunberg nicht nur als Klima-Aktivistin sähen, die vor drohenden Wetter-Kapriolen mit weitreichenden Folgen warnt. „Klima“ – das beschreibt doch bei uns auch das Verhältnis von Menschen zueinander. Vielleicht ist das ja auch ein Ansatz, die „Fridays-for-future“- Bewegung zu sehen. Junge Menschen engagieren sich weltweit für ein besseres Klima – auch untereinander. Ich denke, das ist eines der Erfolgsgeheimnisse der so oft kritisierten Bewegung – denn ein gutes, mitmenschliches Klima verbreitet sich schnell. Vielleicht eröffnet das auch vielen Erwachsenen hierzulande eine Möglichkeit, sich der Bewegung für ein gutes Klima anzuschließen. Was die Wetterbedingungen – aber auch das gute, menschliche Miteinander angeht. Ich hoffe, sie können heute in einem guten Klima in den Tag gehen. Ob mit oder ohne Greta Thunberg. Das wünscht ihnen Ulrich Clancett aus Jüchen.

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