Aktuelles

Beiträge auf wdr2 

katholisch

Hörmal | 14.04.2019 | 07:45 Uhr

Wenn der Hype vorüber ist


Wenn der Hype vorüber ist

Erinnern Sie sich noch gut an den Schulz-Zug? Vor 2 Jahren war der mächtig in Fahrt. Und endete nach wenigen Monaten im größten Zugunglück des Jahres – übertragen gesprochen. Aber im April 2017, da war Martin Schulz noch der neue Messias der Mittelklasse. Der Heiland der Sozialdemokratie. Eine Bildcollage zeigte ihn als Ikone, ähnlich wie einst Obama, in grellen Farben. Und darunter in fetter Schrift, ein Wort: Mega!

Mir schwante schon damals, bei aller Sympathie, dass das eine Spur zu groß war, zu großspurig, wie dieser Schulz-Zug da gehypt wurde. Es gibt eben nicht so viele Messiasse. Und selbst dem, an den ich glaube, ist es nicht erspart gewesen, dass der Hype zum Fiasko wurde. Und genau an diesen Tag erinnern die Christen heute, an Palmsonntag.

Da geht es nicht um einen Zug, sondern um einen Esel, auf dem Jesus den Ölberg runter geritten sein soll, auf die Heilige Stadt Jerusalem zu. Und die Leute sollen sich die Kleider vom Leib gerissen und auf den Weg gelegt haben, quasi der Rote Teppich der biblischen Zeit – und sie sollen mit Palmwedeln gewunken haben. Daher der Name des heutigen Tages. Die Bibel überliefert den Ruf der Leute: „Hosianna, der da kommt im Namen des Herrn“.

Die Szene ist insgesamt so übersteigert, so bizarr, dass man eigentlich schon erahnt, dass das Ganze kippen muss: Ein Esel ist eben kein Pferd und Jesus ist eben nicht der, für den ihn die Leute halten. Er ist der Messias, aber er ist eben nicht der Gottkönig, den die Leute da grad erwarten und für den sie den VIP-Empfang veranstalten. Dabei predigt er immer schon: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“. Aber das will keiner hören. Und dann wundern sie sich auf einmal, wenn Jesus gar nicht so hipp ist.

Ja, Menschen scheinen schon immer anfällig gewesen zu sein für blinden Jubel gegenüber vermeintlichen Heilsbringern und für taube Ohren, die nicht genau hinhören wie es denn wirklich ist. Schon im April 2017 konnte man auf dem Schulz-Plakat sehen: Die Kassengestell-Brille ist nicht wirklich mega. Und damals bei Jesus war doch klar: Er kommt nicht als Fürst, sondern als Diener– damit auch die Menschen einander dienen. Dass die Stimmung dann damals innerhalb kürzester Zeit umgekippt ist – das kann ich sogar verstehen. Denn die Leute haben sich betrogen gefühlt. Aber im Grunde, war Jesus sich treu geblieben. Er hätte vielleicht nicht auf den Esel steigen sollen, damals am Ölberg. Aber im Grunde hat er immer klar gesagt, worum es ihm eigentlich geht.

Aus dem ganzen von Hype und Fiasko ziehe ich jedenfalls eine Lehre, die bis heute gilt und zwar für beide Seiten: für die, die jubeln, und für die, denen zugejubelt wird. Und sie lautet: Schau genau hin, höre genau zu. Jubel kann anstecken – aber damit ist es wie bei ‘ner Erkältung. Das geht vorüber – schneller als man denkt.

evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen